• 21.08.2018

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Antwortschreiben an die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia - Diensteanbieter

zensur

» Artikel vom

Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM)
z. Hd. Frau Claudia Richter
Beuthstr. 6
10117 Berlin

Einwurfeinschreiben

Betr.: Ihre Prüfungsnummer 44466

Sehr geehrte Frau Richter,

besten Dank für Ihre Email vom 09.07.2014, die ich mit großem Interesse mehrfach gelesen habe. Der Zweck meines Antwortschreibens ist, Ihnen die nötige Klarheit für Ihre Bewertung der Sachlage zu vermitteln. Für den Fall, dass mein Schreiben diesen Zweck bei Ihnen nicht erfüllt, bitte ich Sie um Vorlage bei Ihrem männlichen Vorgesetzten, der Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und Ihnen sicherlich wertvolle Hinweise geben wird.

Zunächst erlaube ich mir Ihnen den Ratschlag zu geben, in Ihren Schreiben, auch an mich, auf die korrekte Formulierung der Anrede zu achten. Das ist nicht nur eine Frage der beruflichen und fachlichen Professionalität, sondern Ausdruck von Anstand und persönlichem Stil im Umgang mit anderen Menschen. Der Adressat kann das im schlimmsten Fall als Angriff auf seine geschlechtliche Identität verstehen oder auch nur mangelnde Bildung beim Verfasser vermuten. Sie schrieben „Sehr geehrte Herr Bräuning“ und meinten bestimmt „Sehr geehrter Herr Bräunig“.

Nun, Sie monieren in Ihrem Schreiben Inhalte und Formulierungen des Männermagazins, das unter der Domain www.das-maennermagazin.com zu erreichen ist.

Folgende Begründung geben Sie an:

Es wurde nachmittags ein Beitrag publiziert, bei dem in einem Bewerbungsgespräch zwei Raumpflegerinnen mit Aktenordnern beworfen, als Toastbrot bezeichnet und aufgrund ihres Aussehens einer früheren Tätigkeit in einer Geisterbahn zugeordnet werden.

Sie, liebe Frau Richter, haben das natürlich so nicht geschrieben, aber Sie haben als einzige Begründung für die angebliche Verfehlung des Männermagazins ein Gerichtsurteil angeführt, bei dem es genau darum geht und das meine Schuld eindeutig beweisen soll. Es handelt sich um das VG Hannover, Urt. v. 6.2.2007, Az. 7 A 5469/06.

Durch meine Bezugnahme dieses Gerichtsurteils auf das Männermagazin werden Sie nun sicher gelernt haben, dass dieses Urteil für mich nicht anwendbar ist

Ich kann durchaus verstehen, sehr geehrte Frau Richter, dass Sie das Männermagazin nicht gutheißen. Umso mehr wird es Sie erstaunen, dass immerhin 35% meiner Leser weiblichen Geschlechts sind. Sie amüsieren sich prächtig über meine satirische Schreibweise und finden meine Tipps durchaus praktikabel. Es handelt sich dabei in der Regel um glückliche und erfolgreiche Frauen, die in einer stabilen Beziehung leben. Der mehrheitliche Rest der Frauen mag mich nicht so sehr, weil ich reale Sachverhalte in der Sprache der Männer beschreibe. Das liest sich nicht nur witzig, sondern erfüllt das Ziel der leichten Verständlichkeit. Frauen, die Ihre Männer schlecht behandeln, hassen mich regelrecht dafür, dass ich ihre Partner oder Ex-Partner wirkungsvoll aufkläre. Viele Frauen wünschen mir sogar einen qualvollen Tod.

Sie, verehrte Frau Richter, bemängeln, dass die Inhalte des Männermagazins Kinder und Jugendliche gefährden und in ihrer Entwicklung beinträchtigen können. Eine Begründung dafür liefern Sie nicht. Sie werden auch in Zukunft Schwierigkeiten mit einer Begründung haben angesichts von Tageszeitungen, die nicht nur nackte Frauen, sondern auch seitenweise Sexangebote von Nutten, Huren und Schlampen präsentieren. Diese Tageszeitungen liegen in Papierform überall offen aus und eine Altersbeschränkung gibt es freilich nicht. Bevor Sie mich zensieren, sollten Sie zuerst mit diesem Nuttenkram Schluss machen. Es ist eine Schande, wenn sexuelle Dienstleistungen von Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden, in Tageszeitungen für Menschen jeden Alters offen zugänglich beworben werden dürfen.

Ich plädiere dafür, dass Frauen mit ihrer Vagina kein Geld verdienen sollten. Ich fordere die Männer auf, ihr sauer verdientes Geld für sich selbst auszugeben, statt damit die Prostitution zu fördern und die Not der Frauen auszunutzen.

Nun werden Kinder am Nachmittag vor dem Fernseher geparkt und lesen wohl kaum das Männermagazin, während die alleinerziehende Mutti volltrunken auf dem Sofa schnarcht. Die Kindeserziehung obliegt den sorgeberechtigten Personen und nicht dem Männermagazin. Insofern bin ich für geistige Missbildungen von vielen Kindern nicht verantwortlich zu machen. Verantwortungsvolle Eltern erklären ihren Kindern die Welt, damit sie etwas lernen. Sie klären über Gefahren auf und erläutern negative Zustände. Kinder und Jugendliche interessieren sich nicht für Unterhalt oder Unterhaltsprellerei. Sie schauen sich Sexvideos und Sexbilder an oder spielen auf dem Smartphone irgendwelche Ballerspiele. Das machen Kinder, wenn sie nicht unter Aufsicht stehen. Das Männermagazin gehört nicht zur Lektüre von Kindern und Jugendlichen. Die finden das Männermagazin langweilig.

Ihre Methode, liebe Frau Richter, einfach zensieren zu wollen, wird fehlschlagen. Bei Ihnen haben sich bestimmt keine Kinder beschwert, sondern frustrierte Frauen, die sich durch das Männermagazin ertappt fühlen. Das ist eine Nebenwirkung des Männermagazins. Frauen haben im Übrigen Hausverbot auf dem Männermagazin!

Ich bin weder Mitglied Ihres Vereins, noch sind Sie autorisiert zur Verhängung irgendwelcher Sanktionen. Um es auf den Punkt zu bringen: Sie haben nichts zu melden! Zivilprozesse gegen das Männermagazin lassen sich nicht vermeiden, und Sie werden diesen Weg gehen, selbst wenn ich zu Ihnen ganz lieb und nett sein sollte. Deswegen schlage ich zur Beschleunigung des Verfahrens folgende Vorgehensweise vor: Sie schreiben mich einfach nicht mehr an und reichen sofort Klage bei einem Zivilgericht ein. Eine andere Sprache verstehe ich seit Jahren nicht mehr und wenn Sie dann glauben gewonnen zu haben, werden Sie erstaunt feststellen, dass Sie mit allergrösster Mühe nur einen Sieg auf dem Papier errungen haben, im Ergebnis jedoch alles beim Alten geblieben ist. Das nennt sich Rechtsstaatlichkeit und die Klaviatur des Rechtsstaats beherrsche ich im Schlaf. Nicht umsonst bin ich bekannt als Deutschlands dreisteter Unterhaltspreller und war noch keinen Tag im Knast.

Ich möchte Ihnen ein schönes Zitat in einem Schreiben an mich von einer gutaussehenden Frau als Reaktion auf meine Berichterstattung zu Ihrem Verein nicht vorenthalten: „Ich darf meine Titten und meine Muschi öffentlich zeigen, aber Du (Detlef Bräunig) darfst darüber nicht schreiben.“ Das trifft den Kern der Sache ziemlich gut.

Nun wünsche ich Ihnen persönlich alles Gute und drücke Ihnen ganz fest beide Daumen.

Freundliche Grüße

Detlef Bräunig

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