• 15.09.2018

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Die billigen Arbeiter aus dem Ausland

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Viele Branchen in Deutschland lechzen nach Arbeitskräften und unzählige Wanderarbeiter aus Osteuropa strömen nach Deutschland, um hier ihr Glück zu finden. Doch häufen sich die Medienberichte über die gnadenlose Ausbeutung der ausländischen Arbeiter, die zudem oft unter menschenunwürdigen Bedingungen leben und wohnen müssen. Der Schuldige ist schnell ausgemacht: Der deutsche Unternehmer!

Doch es gibt auch eine Kehrseite dieser Medaille, wenn deutsche Arbeitgeber mit dem Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit konfrontiert werden, weil sie keine Ausländer einstellen und deutsche Arbeitnehmer bevorzugen. Das hat mit Ausländerhass freilich wenig zu tun, sondern hat handfeste Gründe.

Viele Arbeiter aus Ungarn, Lettland oder Polen beherrschen die deutsche Sprache nicht. Obendrein haben sie in Deutschland am gewünschten Arbeitsort oft keine Unterkunft. Sie gehen davon aus, dass der deutsche Arbeitgeber als Hotel Mutti fungiert und liebevoll alle persönlichen Belange regelt. Unternehmer vergüten die Arbeitsleistung, eine persönliche Betreuung kann ein Arbeitgeber kaum bieten. Dazu fehlen schlichtweg die Ressourcen.

Wer der deutschen Sprache nicht mächtig ist, der findet in Deutschland nur sehr schwer eine Wohnung. Deshalb gehen ausländische Arbeiter davon aus, dass der Arbeitgeber das Problem löst, indem er die Unterkunft vollumfänglich bereitstellt. Das ist schon aus steuerlichen Gründen problematisch, denn es handelt sich dabei um einen geldwerten Vorteil, den der Arbeitnehmer zu versteuern hat. Der Unternehmer will sich mit der Problematik Unterkunft überhaupt nicht beschäftigen, weil deutsche Arbeiter ihre Wohnung selbstverständlich aus ihrem Lohn bezahlen. Obendrein ist es für einen Betrieb nicht darstellbar, einem ausländischen Arbeitnehmer die Unterkunft und obendrein mindestens den tariflichen Lohn zu zahlen. Das wäre eine Ungleichbehandlung zu deutschen Arbeitnehmern, die das gesamte Lohngefüge durcheinander bringt.

Arbeitsrechtlich gibt es die Hürde, dass fehlende Sprachkenntnisse zu Missverständnissen führen, sei es beim Arbeitsvertrag oder beim Schriftverkehr mit Krankenkassen und Behörden. Wer beispielsweise den Krankenkassenantrag nicht lesen kann und deshalb nicht versendet, der hat bei einem Arztbesuch das Problem, dass er keine Versichertenkarte vorlegen kann. Der Arzt ruft beim Arbeitgeber an und der muss dann dem Arzt die Krankenkassenunterlagen schicken. Solche zusätzlichen Arbeiten nerven einen Unternehmer. An ihm bleibt es hängen, wenn ausländische Arbeitnehmer das deutsche System nicht kapieren.

Im Klartext: Ein osteuropäischer Wanderarbeiter ist unter dem Strich teurer als ein deutscher Arbeitnehmer: Deutscher Lohn plus Unterkunft ist unwirtschaftlich. Hinzu kommen die Verständigungsschwierigkeiten. Ist es unter diesen Gesichtspunkten gerechtfertigt von Ausländerfeindlichkeit zu sprechen? Wohl kaum.

Unternehmer sind dazu gezwungen, im harten Wettbewerb Gewinne zu erzielen. Das ist eine Forderung vom Finanzamt, ansonsten wird die Firma wegen fehlender Gewinnerzielungsabsicht einfach geschlossen.

Besonders spannend wird es, wenn der ausländische Arbeitnehmer zum Arbeitsgericht rennt, weil er entlassen wurde. Eine Kündigung auszusprechen ist das verbriefte Recht des Arbeitgebers. Das mag im Einzelfall traurig sein, aber es hat meistens wirtschaftliche und keine persönlichen Gründe. Auch das Recht auf Klage seitens des Arbeitnehmers ist unstrittig.

Viele Kleinbetriebe suchen gezielt deutsche Arbeitnehmer, weil sie sich den Luxus eines zugewanderten Arbeitnehmers nicht leisten können. Was bleibt den Zuwanderern? Die Sozialleistungen des deutschen Staates in Anspruch zu nehmen und auf die bösen Deutschen zu schimpfen. Am liebsten natürlich im Fernsehen.

Viele Kleinunternehmer standen zu oft vor dem Arbeitsgericht und mussten aus nicht nachvollziehbaren Gründen recht hohe Abfindungen zahlen. Daraus lernt der Unternehmer und beschäftigt maximal 10 Arbeitnehmer, um so die günstigen Kündigungsfristen in Anspruch nehmen zu können. Ein anwaltlich ausgefeilter Arbeitsvertrag versteht sich von selbst, denn nur so kann sich ein Kleinbetrieb vor Unannehmlichkeiten schützen.

Das klingt sogar für den deutschen Arbeitnehmer hart und ungerecht. Ist es aber nicht, denn die Handwerksbranche zahlt Spitzenlöhne für qualifizierte Arbeiter, die für den Betrieb verantwortungsbewusst handeln. Löhne um die 16 bis 20,- € pro Stunde sind keine Seltenheit. Es ist ein Fakt, dass es kaum noch deutsche Handwerker gibt. Von 20 Bewerbern der Arbeitsagentur findet der Unternehmer mit viel Glück einen deutschen Arbeiter. Wenn der Kleinunternehmer die Arbeitsagentur einschaltet, dann wird er regelrecht mit Angeboten geflutet, die nur für den Papierkorb taugen. Die „Berater“ der Arbeitsagentur selektieren nicht qualitativ, sondern handeln nach dem Motto: Viel hilft auch viel. Ohne Sinn und Verstand!

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