• 22.07.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Die kleinen Tricks der Journalisten

journalismus

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Der deutsche Hörfunk befindet sich seit Jahren auf Talfahrt. Nun möchte man meinen, dass grosse Qualitätsanstrengungen unternommen werden, um den Ruf zu verbessern und die Hörerquote zu steigern. In Bezug auf das Thema Männerrechte ist das nicht gelungen und das hat vor allem zwei Gründe. Beim Hörfunk arbeiten einerseits nicht die besten Journalisten und andererseits gibt es gerade beim Thema Männerrechte mediale Vorgaben und Vorurteile, an denen aus politischen Gründen nicht gekratzt werden darf. Das grenzt fast schon an Demagogie, die es in einer Demokratie und einem neutralen ergebnisoffenen Journalismus nicht geben dürfte.

Vor zwei Jahren hat der ARD Hörfunk das Thema schon einmal aufgegriffen und ihm sogar eine knappe Stunde gewidmet. Die üblichen Verdächtigen, wie das WGvdL Forum, wurden aus dem Hut gezaubert und es wurde ausgiebig im Sinne des gewünschten Ergebnisses selektiv daraus zitiert. Doch die Forenteilnehmer bei WGvdL schreiben anonym, so wie es in vielen Foren üblich ist, auch in Frauenforen. Im Schutz der Anonymität wird gerne gehetzt und zum Teil grenzenloser Unsinn geschrieben. Frauen schreiben sowieso völlig ungeniert jeden Blödsinn und niemand interessiert das sonderlich. Bei Männern werden freilich andere Maßstäbe angelegt. Das ist man als Mann gewohnt und nichts Neues.

Damals hat der ARD Hörfunk Arne Hoffmann ausfindig gemacht und vor seinen Karren gespannt. Arne Hoffmann betreibt einen eigenen Blog namens Genderama. Irgendwann hat Hoffmann eine rechte Tendenz in der Männerbewegung verortet und sich demonstrativ davon abgrenzt, indem er sich einen neuen Anstrich gab. Nun bezeichnet er sich als antisexistisch und zum linken Flügel der Männerrechtsbewegung gehörend. Er möchte damit zum Ausdruck bringen, dass er feministisch kompatibel ist. Warum das nötig ist, erschließt sich nicht richtig. Glauben tut es eh keiner. Alle Männerrechtler werden traditionell in einen Topf geworfen. Da ist jede Rechtfertigung, warum man selbst anders sein soll, völlig sinnlos.

Jedenfalls wurde Arne Hoffmann von der ARD knapp zwei Stunden lang interviewt, doch das Ergebnis war niederschmetternd. Hoffmann wurde gerade mal in einem Nebensatz erwähnt und zudem in die Nähe des norwegischen Massenmörders Anders Behring Breivik gerückt. Der sei auch ein Antifeminist gewesen und damit liegt es auf der Hand, dass alle, auch die deutschen Antifeministen, ähnlich gefährlich sind. Arne Hoffmann hat sich maßlos darüber geärgert, was absolut nachvollziehbar ist.

Solche und ähnliche Schlussfolgerungen sind so absurd, dass jedes Argument dagegen versagt. Dahinter steckt wohl eine interne ARD Hörfunk Doktrin, nach der Frauen immer gut und Männer generell böse sind. Daran darf nicht gerüttelt werden.

Hoffmanns Vertrauen in die Journalisten dürfte auf ein Minimum geschmolzen sein. Er hat seine Lektion gelernt, aber deswegen den Medienkontakt zu meiden, ist nicht zielführend. Auch mit einem vermeintlichen Gegner muss gesprochen werden. Das wird zwar nichts am unseriösen Journalismus ändern, aber es gibt durchaus wirksame Mittel, solche Journalisten zu enttarnen und bis auf die Knochen zu blamieren.

Ich war jedenfalls gewarnt, als mich der Hörfunksender SWR2 um ein Interview bat. Klar war ich dazu bereit und habe dem jungen 32jährigen Journalisten zugesagt, dass ich ihm für 15 Minuten zur Verfügung stehe. Das sollte für einen Kurzbeitrag reichen. Es gab mit dem SWR keine vertragliche Vereinbarung. Genauso wie es für den Journalisten selbstverständlich war, meine Aussagen beliebig zurechtzuschneiden und in einen nicht den Fragen entsprechenden Kontext gepresst zu senden, war es für mich als Blogger völlig klar, dass ich dieses Interview ungeschnitten aufzeichne und öffentlich mache. Schließlich ist ein Radiointerview kein Geheimnis. Die Wahrheit kann und muss im Original veröffentlicht werden, gerade wenn missbräuchliche Verdrehungen zu befürchten sind. Die Erfahrung von Arne Hoffmann hat gezeigt, dass ein Männerrechtler gerne verschaukelt wird. Mit mir läuft das jedenfalls nicht.

Obendrein habe ich von einem Journalisten von RTL gelernt, dass Zensur, egal in welcher Form, unanständig ist. Das gilt für mich als Blogger freilich auch und ganz besonders, wenn man mich in übelster Art und Weise auf die Schippe nehmen will.

Im Ergebnis sind große Differenzen zwischen dem tatsächlichen Interview und dem SWR2 Hörfunk Beitrag festzustellen. Der junge Journalist taugt eher zum Märchenerzähler. Männerrechtler sollen von einer feministischen Verschwörung überzeugt und obendrein Fans von Pegida sein. Es soll sogar eine Vernetzung mit Pegida geben. Das ist Blödsinn ohne jede Grundlage.

Besonders witzig behandelte der SWR2 Journalist die von mir empfohlene Vasektomie. Er sprach davon, dass er sich sterilisieren lassen soll. Nun weiß der Sachkundige, dass Katzen und Frauen sterilisiert werden, Männer dagegen werden vasektomiert. Wenn ein Journalist diesen Unterschied nicht kennt, dann kennt er auch nicht den Unterschied zwischen Vagina und Rosette. Und das ist sehr bedenklich.

Am Ende steht jedoch vor allem der SWR2 ganz schön bedeppert da, nachdem ich die Diskrepanz zwischen dem sorgsam gepflegten Anschein von sauberem öffentlich rechtlichen Journalismus und der Realität so wunderschön offengelegt habe. Im Forum Trennungsfaq.com hat es der User p__ auf den Punkt gebracht:

„Der Journalist checkt in dem Interview die verschiedenen negativ besetzten Stichwörter ab, denn er hofft bei LD (Anm.: Leutnant Dino aka Detlef Bräunig) irgendwas zu finden, um ihm eine Verbindung dazu zu unterstellen: Verschwörungstheorie, Frauenhass, Frauenfeindlich, rechtsradikal, Betrüger, isolierte Internetklicker ohne Bezug zur Realität. Daran merkt man sofort, in welche Ecke LD geschoben werden soll und wo der Journalist "recherchiert" hat: Bei Vorgesternkamp & Co, Wikipedia. Da wird er bei LD natürlich nicht "fündig", beweisen lässt sich damit nur dass das Journalist auf Geisterkamps Schwachsinn reingefallen ist. Entsprechend schnell erlahmt das Interesse der Journalisten an den eigentlichen Sachfragen, nachdem klar ist dass auch damit kein Beweis für LDs Absonderlichkeit zu führen ist. Ich glaube auch nicht, dass mehr als drei Sätze in der Sendung übrigbleiben werden.“

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