• 17.09.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Update Unterhaltsflucht

strand

» Artikel vom

Mit beginnender Unterhaltspflicht suchen viele Zahlväter zunächst einen kompetenten Anwalt und ziehen mit wehenden Fahnen vor Gericht. Nach einigen Monaten kommt die Erkenntnis, dass trotz Anwalt die Unterhaltspflicht ruinös ist. Dann wird flennend in Foren nach Lösungen gesucht und man heult gemeinsam. Zuerst hat der Anwalt das Konto geplündert und den Lohn pfändet nun die liebe Ex für sich und die lieben Kinderchen. Das mag anfangs kein Mann glauben, es ist jedoch die Realität.

Und wenn der Unterhaltspflichtige restlos pleite ist, dann denkt er ans Auswandern. Das ist freilich zu spät, denn wer seinen finanziellen Spielraum für Anwälte verbraucht hat, der kann nur noch mit dem Finger über die Weltkarte fahren und von schönen Orten träumen.

Die Voraussetzungen für eine Unterhaltsflucht sind recht einfach. Unternehmerisches Denken und Handeln, Entschlossenheit und ein kleines Geldpolster. Dazu gehört ein neuer Reisepass mit 48 Seiten, der 10 Jahre gültig ist. Und wer die Eier hat, setzt sich einfach spontan in den Flieger und haut ab. Das ist nicht schwer. Natürlich kann niemand sagen, was einen im Zielland erwartet. Vielleicht muss man weiterreisen. Das hängt von vielen Faktoren ab, wie Fremdsprachenkenntnissen oder den örtlichen Rahmenbedingungen, wie beispielsweise einer Arbeitserlaubnis.

Wer in Foren nach Ratschlägen sucht, findet meist etliche Experten, die ihr Ortsschild noch nie von außen gesehen haben. Da werden Gesetze zitiert, jede Menge Bedenken geäußert und darüber philosophiert, welche Zwangsmaßnahmen der deutsche Staat einleiten kann und wird. Es wird ein Frage Antwort Spiel gestartet, das nie zu einem Ergebnis führt. Das liegt an den mangelnden Eiern, Mut und Entschlossenheit. Bedenkenträger können freilich nie überzeugt werden. Männer mit Rückgrat brauchen überhaupt keinen Rat. Sie machen es einfach.

Es werden immer wieder die gleichen Fragen gestellt. Der Staat kann doch jeden Deutschen weltweit ermitteln. Klar, aber der Staat muss schon wissen, wo er suchen muss und die meisten Unterhaltsflüchtigen verraten sich selbst. Auch das beliebte Argument, dass man bei der Einreise in die EU mit dem SIS durchleuchtet wird und auffliegt, stimmt freilich auch. Und? Wer auffliegt, zieht eben weiter. Jede Maßnahme vom deutschen Staat ist eine erstklassige Erfahrung, um es zukünftig besser zu machen. Wer nach vier Jahren in Belfast auffliegt, zieht eben um. Dann ist die Ermittlungskette unterbrochen und die Suche beginnt von neuem.

Ein beliebtes Spiel einiger Unterhaltspreller ist, dass sie ihren Wohnort offen preisgeben. Sie zahlen einen angemessenen Unterhalt nach ihrem Einkommen von beispielsweise 30 Euro und gut ist es. Wer mehr haben will, kann eine Klage anstrengen. Und im Ausland wird es ziemlich teuer für die Geldgeier. Im Übrigen schützt eine kleine Zahlung meist vor einer Verfolgung nach §170 StGB Unterhaltspflichtverletzung. Diese etwas lästige Geschichte bleibt einem so meist erspart.

Mit einigen Repressalien muss der Unterhaltsflüchtige leben. Eine absolute Ruhe schaffen nur die wenigsten. Das ist nicht schlimm, sondern positiv zu sehen. Jede Aktion der Jäger schärft den Verstand und es werden neue Zukunftspläne entwickelt. Die Jäger sind meist Mitarbeiter vom Jugendamt oder die liebe Exehefrau. Ob diese Jagd überhaupt gestartet wird, hängt immer von deren persönlicher Motivation ab. Wer sich am Pitbull vorbei schleicht, hat meist Glück. Wer aber so ein Vieh ärgert, der muss mit dem Schlimmsten rechnen und wird alle Möglichkeiten des Staates spüren. Dazu braucht man echte Nerven und ein hohes Standvermögen. Wer diese Zeit übersteht, der ist für alles im Leben gewappnet. Eine schöne und effektive Schule für das Leben.

Die Unterhaltsflucht hat einen wichtigen Aspekt. Die Unterhaltsberechtigten lernen den Delinquenten von einer ganz neuen Seite kennen. Er hat den Schneid einfach abzuhauen. Das macht Eindruck. Da sind nicht nur die Weiber sprachlos, sondern auch die Jugendamtstrullas. Frauen denken bekanntlich in sehr einfachen Strukturen und glauben in ihrer Naivität, dass nun der deutsche Staat ein Einsatzkommando nach Bolivien schickt und den Unterhaltspreller in Ketten zu Mutti bringt. Das sind feuchte Träume von minderbemittelten Frauen. Und angeblich sollen Unterhaltspreller in den Knast wandern. Das ist ebenso ein gepflegter Mythos, der freilich nicht stimmt. Ein geschickter Unterhaltspreller genießt stets seine Freiheit. Schließlich ist man nicht doof.

Sicherlich ist das Auswandern nicht jedermanns Sache. Mangelnde Qualifikation, keine Fremdsprachenkenntnisse und zu wenig Startkapital sind echte Hemmnisse. Zwar ist es nicht unmöglich, aber oft zum Scheitern verurteilt. Jeder muss für sich seine Chancen ausrechnen. Wer in Deutschland zu blöd ist, einen Kleinbetrieb auf die Beine zu stellen, packt es im Ausland auch nicht. Die Summe des eigenen Unvermögens ist an jedem Ort der Welt gleich. Das vergessen insbesondere die berüchtigten Asienauswanderer sehr oft.

Wenn Unterhaltspreller im Ausland verhaftet werden, dann spielen hier meist Steuerhinterziehung und andere Strafdelikte eine entscheidende Rolle. Ein echter Unterhaltspreller bescheißt niemals das Finanzamt oder die Sozialbehörden. Einen Mehrfrontenkrieg kann man nicht gewinnen.

Hinsichtlich der Unterhaltsflucht hat sich in den letzten Jahren wenig geändert. Innerhalb der EU kann man durchaus auffliegen, weil die Staaten untereinander besser vernetzt sind. Ein kleiner Umzug oder eine kleine monatliche Zahlung kann jedoch vieles verhindern. Hier muss jeder individuell ausloten, was für ihn das Beste ist. Fehler kann man nicht machen, denn im schlimmsten Fall geht es wieder heim und man steht dort, wo man vorher stand. Vor dem Nichts. Wer jedoch im Ausland einige Jahre überlebt hat, kommt als Mann nach Deutschland zurück. Und Deutschland bietet genug Möglichkeiten für ein nettes Leben. Man darf nur nicht doof sein.

Wenn ein interessierter Auswanderer in Verbindung mit Unterhaltsverpflichtungen die Frage stellt, wie er seinen Job kündigen soll, dem ist sicherlich nicht zu helfen. Ich habe meinen Job gekündigt, meinen letzten Lohn und die Steuererstattung an einen Kumpel verpfändet, der mir die Kohle abzüglich seiner Provision ins Ausland überwies. Das ging ohne Probleme und ist damit sicherlich im Einklang bestehender Gesetze. So einfach ist das Leben, das bekanntlich endlich ist. Deswegen macht die Unterhaltsprellerei auch Sinn. Warum sich ein Drittel seines Lebens der Kohlebeschaffung für die Ex widmen? Das ist nun wirklich keine gute Idee.

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