• 22.07.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Warum die redlichen Väter einpacken können

papi

» Artikel vom

Immer wieder höre ich die alte Leier, dass ich zwar ein guter Frontkämpfer, aber ein ganz mieser Vater bin. Zudem schade ich angeblich der Väterrechtsbewegung und sogar allen Männern. Das sind für mich keine neuen Vorwürfe und sie kommen in schöner Regelmässigkeit. Diese Anschuldigungen sind Blödsinn und auf Blödsinn gibt es keine konstruktiven Antworten.

Es gibt einige lose Vätergruppen, die sich gerne als die anständigen und redlichen Väter bezeichnen. Am liebsten würden sie eine Kommission aufstellen zur Beurteilung, welche Väter denn nun anständig und brav sind. Das ist schon deshalb lustig, weil sie sich selbst keiner Beurteilung stellen müssen. Diese Väter erklären sich selbst kurzerhand zum Massstab für die besten Papis der Welt. In Internetforen schwingen sie die Keule und werfen mit boshaften Begriffen um sich, oft aus dem Dritten Reich mit heutigem Sprachgebrauch gemixt. Mir gefällt das nicht, aber wenn die Meinungsfreiheit das zulässt, dann soll es eben so sein. Mein Sprachgebrauch ist das jedenfalls nicht.

Ich habe den Eindruck, dass diese redlichen Väter das System nicht verstehen. Das deutsche Familienrecht ist so ausgelegt, dass Papi jahrelange Klagen führen darf. Entscheidungen werden bewusst so lange hinaus gezögert, bis das Kind erwachsen ist und selbst entscheiden kann, ob es den Papi besuchen will oder nicht. Nebenbei sind einige Tausend Euro für Anwälte und Gerichte zu berappen, obwohl die klagefreudigen Väter vor Gericht mehrheitlich Schiffbruch erleiden. Sie haben das System einfach nicht kapiert. Wenn Mutti nicht will, dann will sie eben nicht. Wer diese Tatsache nicht begreift, der begibt sich in eine Endlosschleife und zermürbt sich selbst. Dass Mutti nebenbei am Scheitern des Ex größte Freude hat und so ihre Rachegelüste prima ausleben kann, das sieht der bornierte Vater freilich nicht. Er will es nicht erkennen, weil er doch zur Gruppe der redlichen und anständigen Väter gehört.

In den letzten Jahren wurden unzählige Petitionen geschrieben und Klagen bis hinauf zum Europäischen Gerichtshof geführt. Kleinere Erfolge wurden als die große Wende im Familienrecht gefeiert. Und was ist danach passiert? Nicht viel, außer dass der Gesetzgeber ein paar neue, aber in der Praxis der Rechtsprechung nutzlose Gesetze verabschiedet hat. Neue Gesetze bedeuten neue Klagen und da freuen sich lediglich die Familienrechtsanwälte. Die Tür geht auf und da steht ein Trottel von Vater, der sein Recht einklagen will. Anwälte würden laut lachen, wenn sie nicht die Kohle bräuchten. Und so wird der gute Papi nett behandelt und zum Verplempern seiner sauer verdienten Kohle in einem ewig dauernden Rechtsstreit motiviert. Nach zahlreichen Klagen hat dieser Papi in der Sache zwar nichts erreicht, aber sich immerhin die Auszeichnung eines redlichen und anständigen Vaters verdient. Er wird im Internet geadelt und je höher die Kosten waren, umso grösser der Zuspruch als Ausdruck heimlicher Schadenfreude.

Dass diese Väter gnadenlos verlieren, interessiert sie weniger. Hauptsache sie haben den schriftlichen Nachweis durch ein Gerichtsurteil bekommen, dass sie gekämpft und alles versucht haben. Da wird das Kind später aber staunen, was Papi alles auf die Beine gestellt hat. In Wirklichkeit interessiert das den Nachwuchs nicht die Bohne. Meist kriegen diese Väter einen Tritt in den Hintern, ausser sie lassen ein iPhone springen, damit sich das Kind mit Papi überhaupt abgibt.

Und so jammern diese Väter seit Jahren, treten auf der Stelle, doch das deutsche Familienrecht verstehen sie immer noch nicht. Kein Mann vermag dieses Rechtssystem zu ändern, nur die Frauen selbst können das. Das Familienrecht ist für Frauen gemacht und nur wenn sie selbst die Schnauze voll haben, dann bewegt sich etwas. Vorher nicht.

Wer das Männermagazin genau liest wird feststellen, dass ich mich über die Justiz belustige, statt dagegen zu kämpfen. Ich bin der Meinung, dass es außer der Bildzeitung und dem Gesetzgeber selbst niemand schafft, ein Gesetz zu ändern. Da macht es mehr Sinn, einige Witzchen über unser Rechtssystem zu reißen und Schleichwege aufzuzeigen. Immerhin haben wir Männer einen Verstand und den sollte man für sich nutzen.

Wer sein Kind nicht sehen darf und deswegen den Unterhalt einstellt, der begeht unter Umständen eine Straftat. Wer es aber geschickt anstellt, geht straffrei aus. Wer dem Pitbull einen kleinen Knochen rüberreicht, um sich den fetten Braten zu sichern, der ist besonders clever. Und genau darum geht es im Leben. Eine Frau will Geld und das möglichst viel. Dabei ist es im widersprüchlichen Wirrwarr der deutschen Gesetzesflut überhaupt nicht schwer, das System für sich auszunutzen. Unterhalt verweigern ohne ein Gesetz zu brechen ist kein Widerspruch. Die kleinen Schleichwege zu finden macht Spaß und wenn es klappt, umso mehr.

Ich plädiere dafür, die Gesetze stets einzuhalten. Schließlich lauern die Ex und das Jugendamt nur auf einen Fehltritt, um dann sofort die Keule zu schwingen. Ok, sie schwingen die Keule, doch wer sich duckt, der bekommt nichts in die Fresse und lacht sich nebenbei schief. Nicht der Kampf um das Kind ist wichtig, sondern sich die geldgeilen Wölfe vom Leib zu halten. So bleibt man lebensfähig und hat Freude.

Aus diesem Grund stehe ich an vorderster Front. Ich bin auf der Straße aufgewachsen und als Strassenköter kenne ich alle Fallstricke, die ich umgehen muss. Daraus mache ich keinen Hehl und belustige mich über den Gesetzgeber und seine Diener. Mein Spaß kennt da kaum Grenzen.

Die wissenschaftlichen Männerrechtler stehen allesamt auf der Verliererspur. Kein Mensch versteht diesen Kram. Ich auch nicht. Wer die Sprache der Männer nicht spricht, dem wird nicht zugehört. Eine alte deutsche Propagandaweisheit. Frauen beherrschen das nebenbei ziemlich gut. Natürlich ist bei mir vieles plakativ und überspitzt, klappern gehört schliesslich zum Handwerk dazu. Obendrein dürfte meine Glaubwürdigkeit eine eigene Sprache sprechen. Mir werden die juristischen Gegner sicherlich nicht ausgehen und meistens gewinnen sie. Das stört mich nicht, denn sie bekommen kein Geld für ihren Sieg und bleiben auf den Kosten sitzen. Das ist eine besondere Freude für mich und ich trete das medial ziemlich breit. Oft mit Namen und Adresse. Sonst wäre es nur der halbe Spaß.

Und so sitze ich prächtig gelaunt in den Talkshows und berichte ganz easy von meinen Schandtaten. Ich schäme mich nicht dafür und suche keine Ausreden. Nein, der Staat ist immer unschuldig und ich natürlich auch. Blöd, dass die Ex das eben ganz anders sieht, aber es ist Sinn der Sache, die Ex über den Tisch zu ziehen. Wo bleibt sonst die Freude am Leben?

Und so ärgern sich die redlichen und anständigen Väter, weil niemand ihr Gejammer über die falschen Gesetze hören will. Spannend sind eben nur Wege, die diese Gesetze aushebeln. Das macht den feinen, aber wesentlichen Unterschied aus. Vielleicht begreifen diese Väter das Rechtssystem irgendwann mal, aber dann sind sie arm wie eine Kirchenmaus sowie gefrustet und verzweifelt. Mit dieser Lebensqualität kann ich nichts anfangen. Wer das möchte, kann sich ruhig den redlichen Vätern anschließen. Für mich ist das eine Sackgasse und die Verliererstrasse schlechthin.

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