• 15.09.2018

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Mein 5. Hochzeitstag mit einer Filipina

shoji

» Artikel vom

Mein Gefühl täuschte mich nicht, dass im Oktober mein Hochzeitstag sein muss. Da musste ich nachschauen und ja, das war gestern. Nun bin ich schon 5 Jahre verheiratet und in den letzten drei Jahren war ich richtig glücklich. Meine Ehe lief deswegen so gut, weil meine Ehefrau vor drei Jahren den Hasenfuß gemacht hat. Sie hat mich verlassen und das nach nur zwei Jahren Ehe.

Da die Heiratspapiere mit einer Filipina nicht so einfach zu beschaffen waren, haben wir damals in Belleville bei St. Louis geheiratet. Eine Eheschließung wird in den USA veröffentlich und ist kein Geheimnis. Auf der Webpage www.stltoday.com kann sich der Interessierte informieren. In den USA benötigt man zur Eheschliessung nur den Reisepass und erhält danach ebenso problemlos die Apostille, welche die Grundlage für die Einreise in die EU ist. Das habe ich zu meinem Nachteil ziemlich geschickt angestellt, denn die Scheidung läuft nunmehr länger als die eigentliche Ehe.

Da wir beide damals in Bregenz/Österreich wohnten, hat meine liebste Ehefrau die Scheidung beim Bregenzer Bezirksgericht eingereicht. Ich habe über meine Scheidung mehrfach im Männermagazin berichtet. Jedenfalls versucht meine nette Ehefrau immer noch zu erreichen, dass ich an der Scheidung schuldig bin, denn nur mit diesem Status darf sie in Österreich bleiben. Bin ich unschuldig an der Zerrüttung, dann muss die kleine und mittlerweile gealterte Chica die Heimreise antreten. Es muss nicht erwähnt werden, dass der Anwalt meiner liebevollen Ehefrau wie auch die Richterin dafür kämpfen, dass ich schuldig bin. Es geht nicht um die Wahrheit oder gar um das Recht, nein, es geht nur darum, dass meine Ehefrau nach der Scheidung in Österreich wohnen und bleiben darf.

Nachdem die Behauptungen meiner fairen Ehefrau, dass ich sie als Putz- und Sexsklavin hielt, dass ich ein geschäftlicher Betrüger sei und dass ich sie in den Urlaub gezwungen hätte, fehlgeschlagen sind, kommt ihr besonders eifriger und juristisch versierter Rechtsanwalt nun auf die Idee, dass ich schwul sei. Es war für mich durchaus überraschend, wie ich von einem Sexsklavinnenhalter plötzlich zum Homo mutiert sein soll. Wow, das hat mich doch ein wenig sprachlos gemacht und nun sucht man nach Beweisen. Und da liegt es aus Sicht des Anwaltes meiner niedlichen Liebsten besonders nah, dass ich meinen Chef in der Firma vernasche oder er mich. Man hat nun sogar das Amtsgericht in München eingeschaltet, um meinen Chef als Zeugen zu vernehmen. Nebenbei wurde ich als Beklagter nicht eingeladen, doch das verwundert mich nicht wirklich. In einem Scheidungsverfahren hat der Beklagte praktisch keine Rechte und den Zeugen der Klägerin darf er nicht befragen. Man möchte lieber hinter verschlossen Türen mauscheln. Von Betrug möchte ich natürlich nicht sprechen, denn bei so vielen international beteiligten Juristen muss ich davon ausgehen, dass es seine Richtigkeit hat, wenn der Beklagte bei einer Zeugenvernehmung nicht dabei sein darf. Das deutsche und österreichische Familienrechtssystem überrascht mich alten Hasen immer wieder. Der § 397 ZPO findet in einem Scheidungsverfahren wohl keine Anwendung, oder vielleicht doch?

Nun ist es in der Tat meine Spezialität, Scheidungs- und Unterhaltsverfahren möglichst lange, am liebsten über viele Jahre, zu ziehen, um die Gegenseite mürbe zu machen. Bei meiner Scheidung in Bregenz gelingt mir das sogar ganz ohne mein Zutun, denn hier strebt auch die Gegenseite nach maximaler Verzögerung. Solange das Verfahren läuft kann mein Schatzi in Bregenz bleiben und ihren Hilfsjob in einer Frittenbude ausüben. Ich unterstütze meine fleißige Ehefrau sehr gerne in ihrer beruflichen Entwicklung, auch wenn mir das wegen der räumlichen Entfernung nur mit guten Worten und den besten Wünschen für ihre Zukunft möglich ist.

Der Grund, warum ich meine Scheidungen möglichst lange ziehe, ist simpel und einleuchtend. Eine nicht geschiedene Frau kann nicht heiraten und ist im Kopf permanent mit der Scheidung beschäftigt. Sie kann den günstigen Moment nicht nutzen, wenn ihr Freund sie fragt, ob sie ihn heiraten möchte. Blöd, wenn man noch verheiratet ist. Obendrein ist eine lange Scheidung auch deswegen optimal, weil die Dame stetig älter wird und immer schwerer einen neuen Mann findet. Je länger die Scheidung dauert, desto geringer sind ihre Chancen auf dem Heiratsmarkt. Und wer heiratet schon eine fast 50-jährige Filipina. Selbst die ältesten und hässlichsten Rentner bekommen auf den Philippinen ein junges hübsches Reh. Alte Fregatten liegen in Österreich wie Blei in den Regalen.

Dass meine Scheidung wohl noch weitere Jahre laufen wird, liegt daran, dass ich mich keinesfalls schuldig bekennen werde. Warum sollte ich vor Gericht lügen. Lügen vor Gericht könnte nachträglich unangenehme Konsequenzen für mich haben. Im Grunde ist es mir egal, wo meine Filipina wohnt. Ich sehe sie eh nicht und Unterhalt ist bei mir völlig ausgeschlossen, obwohl der hochgebildete Jurist meiner Schnecke immer noch darum kämpft. Ich muss ihn da leider enttäuschen. Er ist ein wirklich netter Anwalt und er tut mir leid, weil er trotz aller Anstrengungen keine Kasse machen wird.

Die Richterin beim Bregenzer Bezirksgericht hat nun gewechselt. Anscheinend habe ich die erste Juristin verschlissen, so dass bei der neuen Dame nun sicherlich eine etwas härtere Gangart zu erwarten ist. Mal schauen, wie sie mich dazu bewegen will, vor Gericht bewusst falsch auszusagen und wie sie den schlüssigen Beweis für meine angebliche Homosexualität führen wird. Vielleicht zeigt sie mir einige Bilder von nackten Männern und Frauen, um durch persönliche Inaugenscheinnahme zu prüfen, bei welchen Bildern mein Penis erigiert.


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