• 29.04.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Einmal im Leben eine Alleinerziehende nageln

alleinerziehende

» Artikel vom

Das Buch „Allein, alleiner, alleinerziehend“ von der deutschlandweit bekannten und großartigen Journalistin Dr. Christine Finke liegt seit einigen Wochen angelesen bei mir im Bucherregal. Ich liege zum Samstag auf dem Sofa, meine Hündin zufrieden am Fußende. Immer wieder bleibt mein Blick an dem Buch hängen, doch alles in mir sträubt sich, diesen Unsinn weiter zu lesen. Bis zur Seite 115 habe ich es bei meiner ersten Lesung geschafft. Mehr war einfach nicht drin. Was soll‘s, denke ich mir und greife mir das Buch.

Bevor ich nun gleich Dr. Finkes literarisches Meisterwerk weiter penetriere, möchte ich auf einen Gedanken zurückkommen, den ich beim ersten Lesen hatte. Jeder Mann, der den Wunsch nach Frau, Ehe und Kindern hat, sollte wenigstens einige Monate oder solange er es durchhält, eine Beziehung mit einer Alleinerziehenden haben. Das sind bleibende und prägende Momente im Leben eines Mannes. Danach ist er geheilt. Frau und Familie? Nein danke.

Ich selbst habe es nun wirklich sehr oft versucht und bin immer auf die Schnauze gefallen. Unumwunden gebe ich zu, dass ich immer der Schuldige war, dass die Beziehungen scheiterten. Das ist eine Erfahrung aus dem Propagandabuch der abgemagerten Christine Finke. Frauen reichen zwar mehrheitlich die Scheidung ein, aber im Prinzip hat der Ehemann die liebe Frau dazu gezwungen.

Die andere Seite der Medaille ist die Frage, warum Frauen überhaupt eine Beziehung mit einem Mann eingehen, ihn heiraten und sich von ihm schwängern lassen. Es dürfte sich doch rumgesprochen haben, dass Männer nach der Trennung verantwortungslos, geizig und stets nur bestrebt sind, der Exfrau mitsamt ihrer verzogenen Brut eins auszuwischen. Und ist der modernen Frau, der die Aufzucht von Kindern zu stressig ist, nicht bekannt, dass es Verhütung, die Pille danach, die Abtreibung, anonyme Geburt und die Babyklappe gibt? Selbst wenn ihr diese Möglichkeiten nicht bekannt sein sollten, dann doch wenigstens die Freigabe zur Adoption. Damit wären die lästigen Kinder ordentlich entsorgt und das schreckliche Leben als Alleinerziehende beendet.

Frauen und insbesondere Alleinerziehende haben eine Logik, die Männer nicht verstehen. So schreibt Dr. Finke über sich selbst, dass der Kindesunterhalt und das Kindergeld für ihre drei Kinder die Mietkosten nicht decken würden. Das ist ein wirtschaftlicher Aspekt, der sicherlich leicht gelöst werden kann. Wenn die Erlöse nicht erhöht werden können, dann müssen die Kosten gesenkt werden. Dazu muss man nicht Betriebswirtschaft studiert haben. Muss eine Alleinerziehende, die keinen Job hat, unbedingt im teuren Konstanz am Bodensee residieren? Nein, sicher nicht. Selbst mit ihrer Selbständigkeit besteht überhaupt kein Grund, als Wohnsitz diese begehrte und kostspielige Freizeit- und Urlaubsregion zu wählen.

Ein weiterer Klagepunkt von Finke ist, dass Deutschland eine kinderfeindliche Gesellschaft ist. Das ist schon Hetze pur, denn gerade in Deutschland gibt es jede Menge Vergünstigungen und Staatsgeschenke für bedürftige Menschen. Dazu zählen auch Alleinerziehende und deren Kinder. Natürlich muss der Staat einige Regularien festlegen, damit kein Missbrauch entsteht. Eine Alleinerziehende muss eben beim Amt einige Formulare ausfüllen, um Vergünstigungen abzuschöpfen. Und was sagt Dr. Finke dazu? „… ich kenne etliche Familien, die jeden Behördengang vermeiden und dann … das Kind an einem teuren Klassenausflug nicht teilnehmen lassen“. Das macht nun wirklich sprachlos. Wenn Mutti zu faul ist einen Antrag zu stellen, ohne Job hat sie doch sicher genug Zeit dafür, dann hilft nichts mehr.

Und der Oberknaller sind die Steuern der Alleinerziehenden. Zuerst fehlt die Kenntnis bei Dr. Finke, dass Steuern erst dann anfallen, wenn Einkommen oberhalb der üppigen Freibeträge generiert wird. Die Finke‘sche Theorie, dass Alleinerziehende zu viel Steuern bezahlen müssen, ist absurd. Einkommen im unteren Verdienstsegment ist praktisch von der Steuer befreit oder die Steuer ist wirklich nicht der Rede wert. Satt Steuern muss nur zahlen, wer ein hohes Einkommen hat. Alleinerziehende verdienen unterdurchschnittlich, aber das liegt ganz sicher nicht an der Steuer. Bei Alleinerziehenden würde sich am Nettoeinkommen wenig bewegen, selbst wenn sie komplett von der Einkommenssteuer befreit wären.

Auch fordern Alleinerziehende immer wieder, dass das Ehegattensplittung abgeschafft gehört. Wieso diese Forderung, wenn Alleinerziehende davon nicht profitieren? Der einzige Grund ist, dass sie ihr eigenes Elend auch den intakten Familien wünschen. Alleinerziehende wünschen sich aus Frust, dass es anderen Menschen genauso schlecht gehen soll, wie ihnen selbst. Das ist die Alleinerziehenden-Logik, mit der sie sich selbst erhöhen, indem sie andere erniedrigen.

Frau Dr. Finke kann manchmal sogar witzig sein und sie besitzt bisweilen durchaus eine gewisse Kreativität. Sie schreibt: „Ich wäre auch dafür, Alleinerziehende bei Bewerbungen bevorzugt einzustellen. So ähnlich wie Behinderte.“ Das geht doch ganz einfach. Alleinerziehende sind de facto behindert, also dürfte für die Gesetzwerdung dieses Status eine kleine Petition ausreichend sein. Exehemänner von Alleinerziehenden wären die Ersten, die diese Petition unterschreiben würden.

Nun hat mich eine Kleinigkeit bei meiner lieben Christine besonders interessiert. Sie gibt an, dass sie zum Putzen des Fußbodens ihrer Wohnung zwei Stunden brauchen würde und dazu selten Lust hätte. Bei den genannten zwei Stunden kam ich nun doch etwas ins Grübeln. Bei einer angenommenen Wohnungsgröße von 90 m² würde der Leistungswert für die Reinigung des Fußbodens bei sagenhaften 1,3 Minuten pro Quadratmeter liegen. Leckt Dr. Finke den Fußboden etwa sauber, anstatt ihn zu wischen? Selbst wenn sich das liebe Christinchen geirrt haben sollte und sie das Reinigen der ganzen Wohnung meinte, dann ist der Zeitansatz immer noch sehr üppig. Finke meint aber nicht die ganze Wohnung. Ich habe die Textpassage nochmals gelesen. Sie spricht eindeutig nur vom Fußboden, weil sich ihre Tochter über den Schmutz an den Füßen beschwerte, nachdem sie barfuß durch die Wohnung lief. Die Wohnung muss wohl, wenn nicht gerade ein Fernsehteam zu Besuch ist, ein echter Saustall sein.

Weiterhin beklagt sich Finke, dass Alleinerziehende davon träumen, endlich mal den Haushalt im Griff zu haben, indem sie mehr Zeit dafür finden. Als Beispiel führt Finke an „Die Wäsche muss erledigt werden, das Geschirr gespült oder die Maschine ausgeräumt, der Kühlschrank gefüllt werden“. Wäre ich kein selbstversorgender Single, dann würde ich Dr. Finke vielleicht glauben. Doch ich weiß aus eigener Erfahrung, dass nahezu alle Haushaltsgeräte vollautomatisch laufen. Sie müssen nur bestückt werden, die zeitaufwändige und mühsame Arbeit erledigt dann alleine die Technik. Am Ende muss der Krempel nur noch ausgeräumt werden. Und das sollen zeitraubende Arbeiten sein? Kaum zu glauben.

Ich lese stellvertretend für viele Männer das Buch von Dr. Finke, weil es an sich unzumutbar ist. Dieses hochgejubelte Buch ist eben von einer Frau und die Reaktionen auf Twitter zeigen eines ganz deutlich: Die Masse der Weiber denkt wirklich so. Finger weg von diesen nutzlosen Dingern, die nichts auf die Reihe bekommen.

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