• 28.04.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Abzocken geht nur einmal

dm

» Artikel vom

Die letzten Tage hatte ich sehr schlecht geschlafen. Einige, zwar nur wenige, User behaupten, dass ihre Freundin nichts kostet. Nun kann ich Männern schlecht mit dem Argument kommen, dass dies Unsinn sei. Da muss eine gute und sachliche Begründung auf den Tisch. Männer zu überzeugen macht durchaus etwas Arbeit. Aber die lohnt sich, weil Männer im Gegensatz zu Frauen mit hieb- und stichfesten Argumenten durchaus eine neue Sichtweise bekommen.

Nach einigen schlaflosen Nächten mit vielen selbstgedrehten Kippen und feinem Rondo-Kaffee habe ich die Lösung gefunden. Ich suchte meinen alten Lohnordner heraus und als notorischer Sammler habe ich meine Lohnabrechnungen lückenlos abgeheftet, damit mich die BfA in Berlin nicht über den Tisch ziehen kann. Doch dazu später mehr.

Ein tolles Beispiel für gnadenlose Abzocke ist meine erste Ehe. Anke hieß sie. Ja, sie war genau nach meinem Geschmack. Ein etwas fülliger Körper, aber nicht fett und schöne große Brüste. Zumindest anfangs, bis diese einer Operation zum Opfer fielen. Das war ein rabenschwarzer Tag für mich. Angeblich hatte meine damalige Ehefrau immer Rückenschmerzen. Mein Argument, dass mir mein Penis durchaus auch körperliche Schmerzen bereitet, ließ sie nicht gelten. Sie ließ ihre Brüste auf ihre persönliche Wunschgröße reduzieren und mein Schwanz blieb so, wie er war. Das sei nur am Rande erwähnt. Ja, ich habe meine Ehefrau geliebt, aber die Liebe war eines Tages zu Ende. Meine Liebste pflegte heimlich eine überlappende Partnerschaft, die ich bei Maischberger detailliert erklärt habe. Deshalb bekam ich keine Liebe mehr. Es hat eine gewisse Logik, dass eine Ehefrau ihren neuen Freund nicht mit ihrem Ehemann betrügt.

Meine erste Ehe begann in jungen Jahren und in Zeiten knapper Kasse. Ich hatte rund 4.000,- DM angespart und meine Frau nichts. Nach der Scheidung von ihr hatte ich knapp 5.000,- DM zur Verfügung. Nun könnte man durchaus meinen, dass die Ehe für mich kein Verlustgeschäft war, doch das ist ein großer Irrtum.

Da meine liebste Ehefrau studierte und danach bei einer Zeitarbeitsfirma arbeitete, war ihr Einkommen zuerst bei null und dann deutlich unter 1.000,- DM. Als anständiger Ehemann betrachtete ich mein Einkommen stets als unser gemeinsames Einkommen. Das war für mich damals selbstverständlich, denn schließlich waren wir verheiratet. Das Studium und alles andere finanzierten meine Frau und ich gemeinsam. Eigentlich war ich es alleine, denn nur ich hatte einen ordentlichen Job und ein Einkommen. Und ich war damals ausgezeichnet in meinem Beruf. Heute habe ich große Probleme, weil ich chronisch traumatisiert bin.

Nun kramte ich heute meinen alten Gehaltsordner aus dem Schrank und addierte meine monatlichen und jährlichen Nettolöhne zusammen. Natürlich nur in den Zeiträumen, in denen ich mit meiner Ehefrau zusammen war. Mein durchschnittlicher Nettolohn betrug monatlich 5.252,- DM. Das war von 1991 bis Sommer 1994. Ein stattlicher Lohn. Da kann sicherlich keine Frau meckern und meiner ging es mehr als gut.

Wirklich alle Frauen behaupten, dass sie sich selbst finanzieren und damit nichts kosten. Das zaubert jedem Mann ein Lächeln ins Gesicht. Wow, da kann ich eine Frau jeden Tag kostenlos besteigen. Nun könnte man fast behaupten, dass es in meiner Ehe auch so war, denn immerhin betrug mein Gewinn während der Ehe sagenhafte 1.000,- DM.

Doch in Wahrheit gibt es keinen Mehrwert, weil meine liebste Ehefrau im Versorgungsausgleich meine Rentenpunkte kassierte. Stolze 250 DM. Die wurden meinem Rentenkonto abgezogen und meiner Liebsten sofort gut geschrieben. Bei meiner Lebenserwartung im Renteneintritt handelt es sich um einen echten Geldwert von 15 Jahre x 12 Monate x 250,- DM = 45.000,- DM. Und somit ist aus einem Plus von 1.000 DM ein Minus von 44.000 DM geworden. Aber auch das ist noch nicht die ganze Wahrheit.

Ein verheirateter Mann gibt sein Einkommen in den gemeinsamen Topf der Ehe. Daraus bedienen sich beide Partner zu gleichen Teilen. Dass eine Frau teurer ist und mehr entnimmt, kann getrost unberücksichtigt bleiben. Hier geht es nicht exakt um jede einzelne Mark, sondern um das Prinzip.

Bei meinem Nettoeinkommen von durchschnittlich 5.252,- DM muss die Miete von 1.100,- DM abgezogen werden. Der Rest von 4.152 DM teilt sich dann auf beide Ehepartner auf. Die Rechnung ist nun ziemlich einfach.

4.152,- DM/2 = 2.076,- DM x 40 Monate Ehe = 83.040,- DM. So viel hat mich meine Ehefrau während der Ehe gekostet. Hinzu kommen noch die 44.000,- DM aus dem Versorgungsausgleich und damit steht der Endbetrag fest. Meine liebste Ehefrau hat sagenhafte 127.040,- DM abgezockt. Das macht monatlich 3.176,- DM, pro Tag rund 100,- DM.

Das sind Zahlen, die nicht zu widerlegen sind. Ein paar Mark mehr oder weniger sind völlig egal. Getroffen haben mich diese Zahlen nicht, jedoch das Trennungsverhalten meiner Exfrau. Vertrauensselig, wie ich damals war, habe ich nach der Trennung ihre goldene Amex nicht unverzüglich eingezogen. So hat sie sich auf meine Kosten noch schnell eine komplette Skiausrüstung für 800,- DM gegönnt. War halt ein Schnäppchen, wie sie mir damals sagte. Da war ich wirklich sprachlos und enttäuscht. Moral, Anstand und Fairness kennen Frauen nicht.

Jahre später, meine Ehefrau hatte ihre neue große Liebe geheiratet, erfuhr ich von meiner Schwester, dass bei meinem Nachfolger, der sich in der Ehe als Faulpelz entwickelte und keiner Arbeit mehr nachging, die Scheidung ins Haus steht. Meine Anke wolle sich von ihrer großen Liebe scheiden lassen. Köstlich. Das war eine echte Information, die noch nicht mal ihr Ehemann hatte. Ich nutzte die Chance, rief meinen Nachfolger an und teilte ihm in besorgtem Ton mit, dass mit ihm nun das passiert, was mir vor Jahren passierte. Der Telefonhörer fiel ihm aus der Hand. Ich denke, dass ich richtig gehandelt habe, denn ein Mann muss wissen was läuft. Natürlich habe ich mir etwas die Hände gerieben. Meine Ex war nach dieser Scheidung so dermaßen pleite, dass sie sich von meinen Eltern einen Fernseher erbetteln musste. Logisch, denn ihr Ehemann ging ja nicht arbeiten und so konnte sie den nicht ausnehmen. Heute lebt meine liebste 1. Exehefrau ihr gerechtes Leben als Alleinerziehende.

Auf ein Dankeschön für meine damalige Großzügigkeit warte ich noch heute. Und danach hat mich keine Frau mehr abgezockt. Ich habe meine Lektion gelernt. Einen Ossi zieht eine Frau nur einmal über den Tisch!

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