• 24.11.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Es ist Dein Leben

strand

» Artikel vom

Mein hochgeschätzter Lektor hob den Zeigefinger und sagte zu mir, dass ich im Alter wohl nichts auf Kralle haben würde. Und was ist, wenn ich einen Schlaganfall bekomme oder eine Lähmung? Dann wäre ich am Ende, ein Sozialfall. Ja, das stimmt alles und auch wieder nicht. Selbst wenn ich ein Spitzenverdiener wäre, dann würde es mich bei einer schweren Krankheit ähnlich hart erwischen. Eine großzügige Versicherung, die alle Kosten übernimmt und einen lebenslangen Wohlstand ermöglicht, gibt es nicht. Selbst die berühmten Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen halten nicht das, was sie versprechen. Wenn es um große Summen geht, dann zahlt die Versicherung einfach nicht. Der Kunde kann über Jahre hinweg klagen, sofern er das Geld dazu hat. Meistens eben nicht. Und so spielt es keine Rolle, ob ein Gering- oder ein Gutverdiener durch Krankheit in den Abgrund stürzt. Die Tiefe des Abgrunds und der harte Aufschlag sind exakt gleich, da gibt es keine Unterschiede. In beiden Fällen ist man schlichtweg im Arsch. Und die verheirateten Männer werden ganz sicher nicht über Jahre hinweg liebevoll von ihrer Ehefrau gepflegt. Die fürsorgende Ehefrau wird den Krüppel, noch bevor sie ihm das erste Mal den Arsch abwischen muss, ins nächstgelegene Pflegeheim schieben. Ihr ist es wurscht, ob der behinderte Gatte in einem 10-Bett oder Einzelzimmer liegt. Hauptsache weg mit dem belastenden Pflegefall. Das ist die Realität.

In der Tat ist es durchaus ein Problem, wenn der Verdienst über Jahre gering ausfällt. Da ist die Rente nicht üppig und in meinem Fall wird es monatlich nur um die 1.000 Euro geben. Das liegt unter dem Pfändungsfreibetrag und das ist auch gut so. Es wäre doch bescheuert, wenn meine Rente für die mühselig über Jahre aufgebauten Schulden gepfändet würde. Eine erfolgreiche Pfändung würde nicht nur meinem erstklassigen Ruf schaden, ich würde auch sehr unruhig schlafen. Schließlich sind Unterhaltsschulden nicht dazu da, jemals abbezahlt zu werden.

Andererseits kann man mit einer Rente von knapp 1.000 Euro durchaus etwas anfangen. In Deutschland wird es immer schöne Gegenden in bitterer Armut geben. Mecklenburg-Vorpommern ist so eine Gegend, wunderschön mit tollen Seen und grandios günstigen Mieten. Da haben 1.000 Euro annähernd die doppelte Kaufkraft. Meine Strategie ist klar. Solange es die Gesundheit zulässt, werde ich arbeiten, wobei Geld nicht das primäre Ziel ist. Arbeit hält mich jung, fit und verhindert die berühmte Rentnerverblödung. Natürlich werden nebenbei einige Scheinchen abgestaubt, quasi als Nachbarschaftshilfe. Ich möchte bis 75 arbeiten, vielleicht nicht mehr Vollzeit, aber 30 Stunden pro Woche dürften es schon sein. Das sichert in jedem Fall einen angenehmen Wohlstand. Danach möchte ich einige Jahre in Bosnien leben, bevor ich mein Rentnerdasein an einem Mecklenburger See abschließe. Angeln mit meinem Hund, so ist jedenfalls der Plan.

Pläne sind immer gut, auch wenn laufend Anpassungen notwendig sind. Der Point ist, dass ich alleine über mein Leben entscheide und nicht in Abstimmung mit einer Frau, die vor allem ihre eigene Interessen verfolgt. Verheiratete Männer haben die Kontrolle über ihr Leben verloren. Ihr Lohn ist das Familieneinkommen und die jahrelange Aufopferung für die Familie wird weder belohnt, noch respektiert. Da stellt sich wirklich die Frage nach dem Sinn eines solchen Lebens. Jahrzehntelang für die Familie gebuckelt, jahrelange Entbehrungen und selbst im Rentenalter hat die Ehefrau noch die große Fresse. Ist eine Familie wirklich das Lebensglück eines Mannes? Wohl kaum. Eine Familie ist für den Mann die Blockade schlechthin.

Ich kenne genug verheiratete Männer, die zu gerne ihren Job wechseln würden oder von einer Selbständigkeit träumen. Doch sie dürfen es nicht. Jede Veränderung muss mit der Ehefrau abgesprochen werden. Der Ehemann muss seine Ehefrau restlos davon überzeugen, dass eine Veränderung gut für die Familie ist. Sonst geht überhaupt nichts. Das ist kein selbstbestimmtes Leben, sondern pure Abhängigkeit. Frauen würden diesen Zustand als Nötigung beschreiben und die Polizei einschalten. Bei Männern sprechen Frauen freilich von Verantwortung. Das ist das Eigeninteresse der Frauen. Der Mann schafft die Kohle ran und Mutti sagt, wo der Hase langläuft. So ein Leben kann getrost als Gulag bezeichnet werden. Wer es mag, der soll es tun und wer nicht, der wird es aufkündigen.

Das Problem im Leben jedes Mannes ist seine Endlichkeit. Ins Gras beißen müssen wir alle, aber die Kernfrage ist, wie sinnvoll, nutzbringend und genussvoll wir unsere Lebenszeit gestalten. Die Aufopferung für andere ist pure Sklaverei. Da kann von Lebensfreude und Spaß wohl kaum gesprochen werden. Ein Freier Mann hingegen kann leben, wie er es mag. Er tritt mit einem breiten Grinsen vor seinen Schöpfer, denn er hat jede Menge Freude gehabt. Eine erfolgreiche berufliche Karriere und damit ein Leben in Saus und Braus mit unzähligen Hobbys und tollen Reisen. Die sauer verdiente Kohle alleine zum eigenen Wohle zu verprassen, das ist etwas Tolles. Gestandene Ehemänner wagen von so einem Leben noch nicht mal zu träumen. Der Blick in die nörgelnde Fresse der Ehefrau am Morgen zerstört jeglichen Traum von einem schönen Leben.

Und weil das Leben schnell und unerwartet vorbei sein kann, sollte die kostbare Zeit möglichst für sich selbst verwendet werden. Nebenbei sind Probleme mit sich selbst deutlich geringer als mit anderen. Es gibt mit dem eigenen Ich kaum Sorgen. Freie Männer sind lösungsorientiert und finden alleine sowieso viel besser ein geeignetes Schlupfloch oder den passenden Trampelpfad, um ein Minenfeld zu umgehen.

Es ist nie zu spät, seine Alte vor die Tür zu setzen. Vielleicht geht sie sogar von alleine, wenn sie auf ihre baldige Selbstverwirklichung hoffen kann. Und wegen den sagenhaft hohen Unterhaltspflichten muss kein Mann Bedenken haben. Das echte Unterhaltsprellen ist generell straffrei und wer es ein wenig geschickt anpackt, den erwartet ein tolles spannendes Leben. Eine Frau ist jedenfalls fürs Männerglück nicht notwendig.


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