• 24.11.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Pest und Cholera

pennerin

» Artikel vom

Das Leben ist wirklich kein Ponyhof, besonders für verantwortungsbewusste und gefühlvolle Männer. Enrico ist erfolgreicher Freiberufler. Sein Jahreseinkommen liegt deutlich im sechsstelligen Bereich. Er macht also richtig Schotter, aber die Talerchen fallen nicht einfach so vom Himmel. Dahinter steckt eine ordentliche Arbeitsleistung. Der Erfolg von Enrico ist für alle sichtbar. Ein dicker Benz mit zahlreichen Auspuffrohren und ein großes Haus mit einem Garten, der diesen Namen auch verdient. Seine Freundin wohnt bei ihm und beide haben einen Sohn, der nun knapp fünf Jahre alt ist. Die Einliegerwohnung im etwas übergroßen Haus war jahrelang unbewohnt. Warum sollte diese Wohnung vermietet werden, wenn die Kohle im Überfluss vorhanden ist?

Vor gut einem Jahr kam die Freundin auf Enrico zu und berichtete von einer Jugendfreundin, die nun alleinerziehend ist und eine Wohnung sucht. Sie hatte überzeugende Argumente vorbereitet. Der Junge ihrer Freundin ist im gleichen Alter wie ihr eigenes Kind. Wäre es nicht traumhaft, wenn ein Spielkamerad im Haus wohnt? Ja, sagte Enrico, warnte aber zugleich, dass er die Alleinerziehende nur äußerst schwer aus der Wohnung bekommt, wenn es zu Problemen oder Streitereien kommen sollte. Nein, niemals, versicherte seine Freundin. Enrico war nun in einem Dilemma. Vermietet er die Wohnung nicht an die Jungendfreundin seiner Freundin, dann gibt es Beziehungsstress ohne Ende und tut er es, dann wird es früher oder später ebenso Stress geben. Das nennt sich Wahl zwischen Pest und Cholera. Enrico hat sich schließlich weichklopfen lassen und die Wohnung an die bedürftige Alleinerziehende vermietet.

Nach einigen Wochen bemerkte Enrico, dass sein Sohn öfters blaue Flecken und einige Kratzer im Gesicht hatte. Seine Freundin druckste rum und dann kam die Wahrheit doch heraus. Die Alleinerziehende als auch ihr Junge sind Asoziale vom Feinsten, wo bevorzugt handfest argumentiert wird. Nun brannte der Kittel bei Enrico und seine Freundin besteht nun plötzlich darauf, dass dieses Pack schnellstmöglich auszieht. Am besten sofort, aber so leicht ist das nicht. Es wird Jahre dauern, bis eine Alleinerziehende aus der Wohnung geklagt ist. Oder man kann versuchen, sie mit viel Geld zum Auszug zu bewegen. Enrico hat jedenfalls seine Lektion gelernt und seine Freundin weiß nun, dass gerade Alleinerziehende jede Menge Probleme haben und machen. Um Klartext zu sprechen: Enrico und seine Freundin halten Alleinerziehende nun für den gesellschaftlichen Bodensatz schlechthin. Einer Alleinerziehenden helfen? Nie wieder.

Alleinerziehende haben es sicher nicht leicht. Kein Mann, kein Geld und keine Ahnung, wie sie ihre zahlreichen Probleme lösen sollen. Ohne Mann sind die meisten Frauen völlig orientierungslos und können selbst die einfachsten Aufgaben nicht erfüllen. Um vom eigenen Unvermögen abzulenken, machen Alleinerziehende die Gesellschaft für ihr Elend verantwortlich. Sie bekommen immer zu wenig Geld und zu wenig Unterstützung vom Staat. Auf diesen Unsinn muss nicht näher eingegangen werden.

Natürlich ist das Leben für eine Frau mit Ehemann deutlich leichter und angenehmer. Und wenn beide Partner an einem Strang ziehen, gebildet und engagiert sind, dann kann durchaus von einer Traumbeziehung gesprochen werden. Markus und Beate sind seit Jahren verheiratet. Beide sind Unternehmer und haben unabhängig voneinander jeweils ihre eigene Firma. Beate hat drei, Markus acht Angestellte. Die Arbeitstage sind oft lang, aber entsprechend erfolgreich. Den Erfolg haben sich beide hart erarbeitet. Markus war an einer Eliteuniversität Jahrgangsbester. Nebenbei feilen Markus und Beate an ihrem Fachwissen. Permanente Weiterbildungen sind selbstverständlich. Nun ist Beate im siebten Monat schwanger und die Freude ist groß. Markus fühlt sich als potenter Mann, der etwas geschaffen hat, was Hand und Fuß hat. Und Beate freut sich auf das Töchterchen.

Das Kind war geplant. Nein, es wurde nicht im Suff oder nebenbei unter der Dusche produziert. Beate kannte ihren Eisprung und hat den Zeugungsakt romantisch vorbereitet. Markus benötigte keine Pornohefte für eine Erektion, denn seine Frau sieht wirklich sehr gut aus. Sie wissen den genauen Tag, an dem es passiert ist.

Nun sind Markus und Beate waschechte Unternehmer und da gibt es keine Probleme, nur Lösungen. Was ist zu tun, wenn das Kind da ist? Die zukünftigen Omas und Opas wurden eingeladen und ein Plan geschmiedet, der ziemlich simpel und wirksam ist. Eine Oma wird ihre Arbeitszeit reduzieren und sich ein bis zwei Tage pro Woche um das Enkelchen kümmern. Markus und Beate werden einen Tag zeitversetzt zu Hause bleiben und das Kind versorgen. Zwar fehlt dann beiden ein Arbeitstag, aber telefonisch ist man immer erreichbar. Diese Doppelbelastung sehen Markus und Beate nicht als Problem. Wenn es mal ganz eng wird, dann wird eine Nanny engagiert oder das Kind mit in die Firma genommen.

Markus und Beate denken nicht an die Hilfe vom Staat, obwohl gerade sie es verdient hätten. Seit Jahren zahlen sie den Steuerhöchstsatz. Nun ist die Ehe von Markus und Beate sicherlich die Ausnahme und auch die Einkommenshöhen. Der Point ist, dass dieses Paar sein Leben nach dem Beruf ausrichtet und dennoch genug Platz und Zeit für ein Kind ist. Das sind keine Widersprüche.

Enrico, Markus und Beate sind mir bekannt. Befreundet ist sicherlich etwas übertrieben, aber gute Bekannte sind sie allemal. Mit Beate habe ich immer geflirtet und ihr gesagt, dass sie zu mir kommen kann, wenn sie wegen einer Jüngeren aus der Wohnung geworfen wird. Markus habe ich erzählt, dass er mir seine Frau gerne überlassen kann, wenn er sie loswerden möchte. Das ist nicht eingetreten und nun musste ich Beate gestehen, dass sie als Frau mit Kind für mich völlig uninteressant wird und meine Angebote nicht mehr gültig sind. Nebenbei wünschte ich beiden viel Spaß beim Kinderwagen schieben. Den Porsche können sie nun gegen einen Renault Espace eintauschen.

Enrico hat nach acht Weizen seine Wut über die asoziale Alleinerziehende rausgelassen. Ich konnte ihm einen erstklassigen Rat geben, den er nun mit seinem Anwalt besprechen will. Trotzdem wird es ein langer und kostspieliger Gerichtsprozess werden.

Es bleibt also spannend, wobei ich mir absolut sicher bin, dass alle weiterhin erfolgreich sein werden. Persönliches Engagement gepaart mit Loyalität, Bildung und Wissen führen immer zum Erfolg. Und wen interessieren schon die Alleinerziehenden. Die sind und bleiben der Bodensatz der Gesellschaft, wie auch ihre Nachkommen.

Und dabei darf von klagefreudigen Expapis eines nicht unterschätzt werden. Wer nach Jahren des Kampfes um Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht vor Gericht gewinnt und endlich sein Kind bekommt, der darf sich auf ein asoziales Problemkind freuen und wird den Tag verfluchen, an dem er vor Gericht zog.

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