• 23.04.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Härter als hart

thaismile

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Urlaub. Was für ein magisches Wort. Doch als Unterhaltspflichtiger muss ich mich da stark einschränken. Früher, ohne die leidige Unterhaltspflicht, flog ich pro Jahr mindestens fünf Wochen nach Asien und dann noch einmal 14 Tage in die Berge zum Snowboarden, doch diese goldenen Zeiten sind vorbei. Heute sind nur noch zehn Tage Asien drin und eine Woche New York, aber nur dank der großzügigen Unterstützung von guten Freunden. Das ist hart und lässt das Leben gerade noch lebenswert sein. Meine fetten Jahre sind eindeutig vorbei.

Flughafen München. Mein Lieblingsflughafen, übersichtlich und gut sortiert. Da finde sogar ich mich als Ossi gut zurecht. Ich war etwas bepackt, denn ich nahm als Gefälligkeit eine Gehhilfe für einen älteren Herrn mit. In Thailand sind diese Teile schwer zu kriegen und etwas begrenzt in der Ausstattung. Am Check-In gab es dann wie erwartet die ersten Probleme. Der Karton hatte zwar exakt die Maße eines Koffers und trotzdem musste ich zum Sperrgepäckschalter. Ich habe der Einchecktussi erklärt, dass die Maße genau den normalen Gepäckvorschriften entsprechen, aber da war nichts zu machen. Sie wollte nicht. Meinen weiteren Wunsch, dass ich nicht neben Frauen, Kindern und Perversen sitzen möchte, nahm sie zwar zur Kenntnis, ließ mich aber voll abblitzen. Sie könne da nichts machen, meinte sie. Der Höhepunkt am Check-In war ein Leser des Männermagazins, der mich freundlich ansprach. Wir hielten einen netten Plausch und danach war ich wieder gut gelaunt.

Da ich einer von den Guten bin, wünschte mir der Bundesgrenzschutz nach der Kontrolle meines Reisepasses mit einem wissenden Grinsen einen guten Flug und schönen Urlaub. Das ist mehr als ein Indiz, dass auch ein bekannter Unterhaltspreller in den Urlaub fliegen darf. Das ist nicht verboten. Sonst hätte ich keinen Reisepass und man würde mir die Ausreise verweigern. Damit dürfte die Frage beantwortet sein, ob Unterhaltsprellern eine Urlaubsreise erlaubt sei. Sie ist es. Schließlich leben wir in einer rechtsstaatlichen Demokratie. Unterhaltsprellen ist keine Straftat, wenn es gut gemacht ist.

Nachdem ich mir eine üppige Mahlzeit im Restaurant gönnte, schlenderte ich durch die Duty-free Geschäfte. Ich suchte noch ein paar schöne Sneakers in grau, die ich schließlich auch fand. Vor mir ein Pärchen, offensichtlich frisch verliebt. Er kaufte sich ein Paar Schuhe für 180,- € und seine Freundin gleich zwei Paar. Ich konnte den Gesamtpreis zwar nicht erkennen, aber das Gesicht des Mannes sprach Bände, als er mit versteinerter Miene seine Kreditkarte durchzog. Noch bevor der Urlaub losging, waren schon die ersten 500 Euro versenkt. Ich weiß wie Männer denken. Da rattert es im Kopf mit einer ersten Hochrechnung der Urlaubskosten. Urlaub mit einer Frau ist immer kostspielig. Teure Frauen sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Deshalb sollte ein Mann niemals seine Partnerin mitnehmen, wenn er etwas braucht und shoppen geht. Da stauben Frauen stets ordentlich ab und produzieren mindestens 70% der Kosten. Die Zeche zahlt immer nur einer. Der Mann.

Meine grauen Sneakers sehen sehr schick aus. Ich zog sie gleich an, um sie einzulaufen. Nun ging es zur Apotheke. Pflaster und Kondome sollten es sein. Ich lasse mich in Apotheken sehr gerne beraten und nehme mir stets Zeit dazu. Gerade bei Kondomen quälen mich viele Fragen. Sind reißfeste Analkondome besonders sicher? Macht Gleitcreme den Gummi porös? Welche Kondome sind für den Oralverkehr gut geeignet? Die Apothekerin war etwas säuerlich, als ich sie bat, mir die Vor- und Nachteile ihrer verschiedenen Produkte zu erläutern. Statt mich fachlich zu beraten schaute sie mich entgeistert an. Dann setzte ich nach, dass ich Kondome bräuchte, die besonders gut für stark frequentierte Prostituierte geeignet seien. Das war ihr zu viel und sie rannte wortlos weg. An der Kasse habe ich dann meinen Höhepunkt gefunden, indem ich ihr sagte, dass nach neuesten Studien 92% aller Männer in festen Beziehungen zu Prostituierten gehen. Mir tut ihre Frau leid, sagte sie verächtlich. „Sie weiß nichts davon und besonders schlau ist sie auch nicht“ entgegnete ich. Damit habe ich der Apothekerin wohl den Tag versaut und am Abend gab es bestimmt eine nette Diskussion mit ihrem Ehemann über seinen Anteil an den 92%. Köstlich. Ich zog mehr als zufrieden von dannen und schlenderte zum Boarding.

Im Flieger nach Bangkok einige junge Pärchen, die ihre grenzenlose Verliebtheit zur Schau stellten. Klar, neue Schuhe oder ein teures Parfüm im Gepäck machen jede Frau glücklich. Blöd nur, dass dieses Glücksgefühl nur wenige Stunden anhält und der spendable Mann am Ende nicht seine Belohnung dafür bekommt. Bei der Ankunft im Hotel gibt es keinen Stich in die Muschi, weil der großzügige Kauf bereits Geschichte und ein alter Hut ist. Entweder der Mann zieht eine neue Überraschung aus dem Hut, die er sich nach dem üppigen Einkauf im Duty-free kaum mehr leisten kann, oder er muss sich seine kräftige Latte wie zu Hause unter der Dusche wegonanieren. Willkommen in der Realität.

In Bangkok hab ich fix meine Kiste mit der Gehhilfe wie auch meinen Koffer vom Band genommen und bin für meinen Weiterflug zum nächsten Check-In gedackelt. Mit der Billigfluglinie ThaiSmile ging es weiter nach Udon Thani, einer schönen und ruhigen Stadt im Nordosten Thailands. Mir war klar, dass ich mit dem Rollator nun Übergewicht habe, als die Waage bei erlaubten 20 kg stolze 24 kg anzeigte. Der junge Mann am Schalter fragte mich, was denn in dem Karton sei. Ich erklärte ihm, dass ich für einen gebrechlichen Thai, der in einem kleinen Dorf wohnt, eine Gehhilfe gekauft habe. Und da geht den Thais mit ihrem Respekt vor dem Alter das Herz auf. Ein Lob, ein Lächeln und bezahlen musste ich nichts. Thais können sehr großzügig sein.

An die hohen Temperaturen in Thailand habe ich mich Ruck Zuck gewöhnt. Fast 40 Grad. Immerhin habe ich vor einigen Jahren vier Jahre lang in Thailand gelebt. Im Flieger der ThaiSmile war die Klima so kalt eingestellt, dass ich fror. Doch beim Anblick der extrem jungen und hübschen Stewardessen, die bei ihrem Gang durch den Flieger einen feinen Duft von Lotusblüten verströmten, wurde mir wieder warm. Ihre orangefarbenen Kleider mit kurzem Rock und seitlichem Schlitz machten mich auf einem Schlag geil. Nein, ich bekam keine normale Erektion, sondern einen Knüppel, den ich kaum ertragen konnte. Und ich saß am Gang. Immer und immer wieder schwebten diese Models an mir vorbei. Mein Gehirn bekam Durchblutungsstörungen, weil das gesamte Blut in meinen Schwanz drückte. Meine Glasmurmel, die unter der Penishaut eingebettet ist, hüpfte bei jedem Pulsschlag auf und ab. Im Hotel angekommen stand mein Stahlrohr schon über eine Stunde und es wurde einfach nicht besser. Da musste ich mir erst Mal einen Scheppern. Der Dreck flog hoch bis auf meine Brillengläser. Wenigstens musste ich nicht heimlich im Bad wichsen, so wie die armen Schweine, die mit ihrer Partnerin nach Thailand fliegen. Und bevor ich im Urlaub das Hotelzimmer verlasse, wichse ich grundsätzlich. Ist das erbärmlich? Ja, aber nur für denjenigen, der mit einer Frau verreist.

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