• 22.06.2018

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Im Krankenbett high performen

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» Artikel vom

Der Kommentator HeinMück hatte einfach Recht. Wenn man Schmerzen hat und dazu keine saubere Diagnose gestellt wird, dann kommt die Krankheit mit Sicherheit wieder und meist brachial. Im letzten Jahr musste ich während einer Weiterbildung nachts den Notarzt rufen, doch man erkannte nicht die Ursache. Ein kleines Trostpflästerchen war sicherlich die nette Dosis Morphium, die man mir zur Schmerzlinderung verabreichte. Ein wirklich geiles Zeug. Die Ärzte der Klinik meinten einhellig, dass ich wohl ein Muskelproblem hätte. Organisch sei alles in Ordnung.

Doch vor gut einer Woche bekam ich wieder exakt die gleichen Schmerzen wie im letzten Jahr. Und weil Wochenende war, stopfte ich mich mit Ibuprofen voll. Das war keine gute Idee. Wäre ich gleich ins Krankenhaus gefahren, dann hätten es die Ärzte leichter gehabt. So bin ich erst montags zu meiner Hausärztin gedüst, die mich sofort ans Krankenhaus überwies. Lange Rede, kurzer Sinn. Meine Gallenblase war komplett hinüber. Gallensteine, Gries, Entzündung, Eiter und das volle Programm an Schmerzen. Das war alles andere als lustig. Und so lag ich schon wieder im Krankenhaus.

Vom Krankenhaus Kulmbach bin ich komplett überzeugt. Die Diagnosen sind stets zutreffend und die Behandlung ist gut. Dass der Koch das hohe Niveau des Krankenhauses nicht halten kann, ist eine andere Sache. Ich buchte wie beim letzten Mal ein Einzelzimmer für 92 Euro pro Tag. Nicht dass ich das liebe Volk nicht mögen würde, aber ein Einzelzimmer verspricht einfach ein vernünftiges und ungestörtes Krankenleben. Schließlich will ich schnell gesund werden.

Da ich meine Arbeit gut im Griff hatte, drohte kein unzufriedener Kunde. Und so war es auch. Zu einem Kunden sagte ich, dass es nicht sein kann, dass es immer die guten Menschen mit ernsthaften Krankheiten erwischt. Warum er daraufhin laut lachen musste, war mir nicht ganz verständlich.

Leider hatte ich eine dreitätige Weiterbildung geplant und auch schon bezahlt. Die Kosten buchte ich innerlich bereits als Verlust ab, aber auf einen Versuch kommt es immer an. Ich schrieb eine nette Email und bat zu prüfen, was man denn da machen könnte. Ich hatte Glück. Die gleiche Weiterbildung ist nochmal im September und ich darf daran teilnehmen, ohne etwas extra bezahlen zu müssen. Das war wirklich sehr gut und ich freute mich darüber.

Im Krankenhaus war es freilich langweilig und ohne die ständigen Schmerzen wäre es sogar erholsam gewesen. Immerhin hatte ich viel Zeit, mich umfassend auf ZDFinfo und Phoenix zu informieren. Ich zog mir einfach alles rein und bin nun wieder auf dem Laufenden. Am schönsten waren die zahlreichen Hetzfilme über Putin, wonach es niemand begreift, warum die Russen ihren Putin lieben. Die deutschen Medienmacher werden es halt nie blicken.

Über das Krankenhaus Kulmbach kann ich durchwegs nur positiv berichten. Glasklare Diagnose, ein detaillierter Plan zur OP und eine ordentliche Nachbehandlung. Schmerzen gehören leider auch dazu. Ich bekam zwar Schmerzmittel, aber irgendwie schien ich dagegen meist resistent zu sein.

Die zusätzlichen Kosten von 92 Euro pro Tag für das Einzelzimmer gehen völlig in Ordnung und sind nicht zu teuer für ein großes Zimmer im Neubau. Besser hätte ich nicht residieren können.

Das Krankenhaus war de facto überbelegt und man merkte dem Personal die große Arbeitsbelastung an. Im Krankenhaus zu arbeiten ist echter Stress und die Kohle dafür nicht allzu üppig. Und als kleiner Kotzbrocken, der immer etwas zu meckern hat, machte ich es den Damen auch nicht leicht. Mein Humor kommt bei den meisten Frauen nicht gut an. Zwar habe ich Spaß daran, aber für humorlose Menschen sind meine Sprüche schwer zu ertragen.

Nun bin ich bereits einen Tag zu Hause und muss mich auf meine Weiterbildung ab Mittwoch vorbereiten. Das ist sicherlich die beste Entspannung nach einem Krankenhausaufenthalt. Es bringt nichts, zu Hause rumzulungern. Da ist Abwechslung die beste Genesungstherapie.

Jedenfalls habe ich mir die Hinweise von HeinMück zu Herzen genommen. Schmerzen haben immer eine Ursache und es ist sträflich, nicht auf eine saubere Diagnose zu bestehen. Wer das nicht beachtet, setzt seine Gesundheit aufs Spiel. Das ist meine Erfahrung, die ich künftig immer beachten werde.

Nun mag eine entzündete Gallenblase keine allzu große Geschichte sein, aber sie ist eben sehr schmerzhaft. Ich fragte meine Krankenschwester, wann ich mir denn wieder den Pinsel rubbeln dürfe? Sie meinte, dass ich noch zwei bis drei Tage warten soll. Gut, die Zeit nehme ich mir natürlich.

Nun ist meine Krankheitsgeschichte vorbei und es geht wieder in die Normalität. Freuen wir uns gemeinsam auf frische Artikel in der nächsten Woche.


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