• 24.11.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Der hungrige Jo Schück

jo

» Artikel vom

Spaß muss sein und so wurde ich vom Team des Jo Schück zu einem Interview eingeladen. Jo Schück ist ein Moderator, der gelegentlich nachts oder in den frühen Morgenstunden beim ZDF und diversen Randsendern in Talkshows plaudert. Es ging bei dem Interview um das feministische Lieblingsthema Sexismus mit all seinen Facetten. Natürlich hat nicht Jo Schück mich kontaktiert, sondern eine hochmotovierte und perfekt ausgebildete Medienwissenschaftlerin der Produktionsfirma. Es war klar, dass ich nach wenigen Telefonaten erhebliche Differenzen mit dieser jungen Dame bekam. Meine gnadenlose Präzision und Verbindlichkeit ist nicht jedermanns Sache und bei Frauen eh nicht. Aber so soll es auch sein, denn schließlich bin ich der auserwählte Sexist, der Böse, der Unverbesserliche, schlichtweg das arme abgehängte Würstchen.

Es wäre übertrieben zu behaupten, dass Medienmacher vor Fairness und Toleranz strotzen. Davon sind sie weit entfernt, denn wer im Medienbusiness aufsteigen will, der muss ganz brav im System mitschwimmen und sich bewähren. Nun ist Jo Schück zweifelsfrei ein Mann, der sich in seiner Rolle äußerlich pudelwohl fühlt. Das ist aber nur der oberflächliche Blick. Offensichtlich haben der Feminismus und der intensive Kontakt mit Frauen in der Medienwelt dem Jo hart zugesetzt. Der arme Kerl ist nicht nur dünn, sondern sieht recht abgemagert aus. Obendrein machte er auf mich den Eindruck, etwas untervögelt zu sein. Das Leben und Arbeiten mit hartgesottenen Feministinnen scheint der Männergesundheit nicht gut zu tun. Sicherlich träumt Jo nachts von einem saftigen Steak aus einer echten Eisenpfanne. Das bleibt aber nur ein Traum, denn Feministinnen servieren zu gerne Nudeln an Ketchup oder etwas selbst gepflücktes Grünzeug.

Aber zurück zu den Tatsachen. Feministinnen sind an Präzision manchmal nicht zu unterbieten. So wurde mir von der Medienwissenschaftlerin erzählt, dass ich auf dem Hof des Studios wunderbar parken könne. Wow. Ich war überrascht. Und so fuhr ich ganz lässig auf diesen Hof und fand natürlich keinen Parkplatz. Also zückte ich mein Blackberry, rief im Studio an und wen wundert es? Es war natürlich kein Parkplatz aufzutreiben und mehrere Runden im Karree brachten auch nichts. Es gab einfach keinen freien Parkplatz. Ich stellte mich schließlich auf einen fremden Firmenparkplatz und ließ bei der Chefin des zugehörigen Blumenladens meinen Charme spielen, so dass ich dort parken durfte. Nun war ich bereits etwas gereizt und spürte noch vor der Aufzeichnung des Interviews eine gewisse Grundaggression in mir.

Die Frau, ich schätze sie um die 40, die mich für meinen Auftritt schminkte, war durchaus mein Typ. Sehr frisch, offen und auf meine Frage, was sie vom Sexismus hält, sagte sie mir, dass sie es gut findet, wenn Männer sie anschauen oder ihr hinterherpfeifen. Das gefällt ihr, denn ihr Körper ist kein Zufall, sondern das Ergebnis harter sportlicher Arbeit. Ich sagte ihr, dass ich sie gerne einpacken und mitnehmen würde. Das war kein Witz, kam aber leider als solcher an. Nachdem ich beim Anbaggern von Frauen mit Faulheit gesegnet bin, habe ich mein Interesse an ihr nicht weiter vertieft.

Die Kameras wurden ausgerichtet und dann ging es auch schon los. Ich sagte mein Statement auf, natürlich in drei Versionen. Die Strategie, mich erst mal zu verunsichern und aus meinem Konzept zu bringen, kenne ich bereits. Mir war natürlich klar, dass ich als Interviewpartner immer etwas in der Defensive sein würde. Jo Schück stellte die Fragen, gab sich feministisch etwas begriffsstutzig, manchmal gar dümmlich, war provozierend und stellte mir auch kleinere Fallen. Das ist sein Job und den hat er sehr gut gemacht. Wer Jo Schück unterschätzt, hat verloren. Der Bursche ist ein Schnelldenker und hat alles im Kopf. Das war nicht überraschend für mich, aber es hat mich doch etwas fasziniert. Das Interview war scheinbar lässig, aber dennoch harte Arbeit. Sicherlich konnte ich nicht alle Tretminen umgehen, aber was soll‘s. Es hat mir Spaß gemacht, meine Sichtweisen zu vermitteln, auch wenn ich Jo Schück nicht überzeugen konnte. Er hat sich vom Feminismus verführen lassen und scheint an den feministischen Unsinn zu glauben. Das ist sein gutes Recht.

Gegenseitige kleinere Sticheleien gehören zum Geschäft. So bezeichnete Jo Schück die Leser des Männermagazins als einen Saunaclub. Da habe ich nicht weiter reagiert, wie auch Jo auf meine Spitze, dass er ein Fernsehansager sei, nicht mal mit der Wimper zuckte. Meine Breitseite, dass Medienwissenschaften genauso wie Soziologie völlig wertlos sind, zeigte bei Jo Schück keinerlei Regung. Er ist trotz seines jungen Alters ein ganzer Profi. An ihm perlt alles aalglatt ab.

Nun wollte Jo etwas lässig aussehen und ließ den obersten Knopf seines Hemds offen. Bei seinem schmächtigen Körper war das sicherlich keine gute Wahl. Auch sein etwas dürftiger Dreitagesbart kam nicht nur Geltung. Das hat wahrscheinlich etwas mit Nudeln an Ketchup zu tun. Seine Haartolle war ihm aber sehr wichtig. Die musste extra nochmal gerichtet werden. Nichts geht eben über die perfekte Welle. Respekt. Damit konnte ich natürlich nicht dienen.

Ich nehme hier den Jo Schück natürlich etwas auf die Schippe, aber in Wahrheit bin ich von ihm begeistert. Seine feministische Einstellung passt zwar nicht richtig zu ihm und macht ihn unmännlich, aber wie er vorbereitet war und das Interview führte, das war beeindruckend. Er hat das Zeug, wie Michel Friedmann jemanden aus der Reserve zu locken und ans Kreuz zu nageln. Ich bin recht dominant und wenn ich bei anderen Schwächen erkenne, dann trete ich brutal nach. Mit Jo Schück ging das nicht und ich musste aufpassen, dass er mich nicht vorführt. Sicherlich hat Jo Schück nach Punkten gewonnen. Wer nicht verstehen will, bei dem versagen die besten Argumente. Nach außen hin schlau tun und sich gleichzeitig blöd stellen. Das muss man erstmal können.

Wenn das Interview tatsächlich veröffentlicht werden sollte, dann wird das einen Mordsspaß geben. Es ist völlig klar, dass der Spaß auf meine Kosten geht, aber das wusste ich vorher. Wenn es denn so sein sollte, dann habe ich für den Erfolg des Jo Schück meinen Beitrag geleistet.

Mein Fazit: The Show must go on!

P.S. Vielleicht bekommt Jo zu Weihnachten eine Eisenpfanne.


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