• 25.04.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Der Winter kommt ganz gewiss

slawa

» Artikel vom

Die letzten warmen Tage des Jahres sind bald vorüber. Frühzeitig habe ich eine Palette Pellets bestellt, damit ich vor dem großen Ansturm für den kommenden Kälteeinbruch gut gerüstet bin. Frieren ist echt Scheiße und ein Pelletofen ist da in der Tat etwas Feines. Die Wärme ist einfach nur Klasse, neben den geringen Kosten. Ein waschechter Unterhaltspreller, dem man das letzte Hemd vom Leib gerissen hat, muss an allen Ecken und Enden sparen. Nur die Reichen können es sich leisten mit Öl zu heizen, ich jedenfalls nicht.

Nun wäre die Kälte weniger ein Problem, wenn ich meine Hündin noch hätte. Mein Hündchen wärmte mich immer bestens, auch nachts im Bett. Nach vielen schönen Jahren mit ihr in Österreich und in Bayern wurde ich schließlich in Oberfranken ganz klassisch denunziert. Und so schrieb mich der Bürgermeister von meinem Kaff an, den ich nun wirklich nicht leiden kann, dass ich einen Stafford-Terrier hätte und damit die Sicherheit im Ort gefährdet sei. Nun ist in Bayern ein Stafford auf der Kampfhundeliste ganz weit oben. Das ist ein sogenannter Listenhund der Klasse 1 und damit in ganz Bayern verboten. Da gibt es keine Diskussion.

In München bin ich mit meiner Stafford-Hündin nicht weiter aufgefallen, weil ich in der Nähe vom Tierheim wohnte. Selbst die Polizisten kannten mich ganz gut. Da wird eben auch mal ein Auge zugedrückt. Aber nicht in Oberfranken, wo die Sicherheit anscheinend ganz weit oben angesiedelt ist. Nun kann ich wirklich froh sein, dass ich als DDR-Bürger und Leutnant der NVA nicht ausgewiesen wurde. Gepriesen sei der Herr.

Am Ende musste ich meine Hündin ins Tierheim abgeben und dazu bin ich nach Ulm gefahren, weil dort die Chancen auf ein neues Zuhause für sie einfach größer sind. In Baden-Württemberg sind Staffords erlaubt. Dazu bedarf es eines zweifachen Wesenstests, den mein Hündchen freilich hat. Und meine Hündin hatte Glück. Nach nur zwei Wochen im Tierheim wurde sie zu einer Familie nach Stuttgart vermittelt. Des einen Glück ist des anderen Leid. Ich war einige Monate durch den Wind. Nach nunmehr einem halben Jahr habe ich den Verlust ganz gut verkraftet. Und trotzdem fehlt mir meine süße Stafford-Hündin.

Nun weiß ich zwar, wer mich angeschissen hat, aber es macht keinen Sinn irgendwelche Aktionen zu starten. Ich habe diesem Affen jedoch sagen müssen, dass er das Weite suchen soll, wenn er mich sieht. Und er soll immer seine Fresse halten.

Ich werde mir wieder einen Hund zulegen und ich muss gestehen, dass ich nur richtige Hunde mag. Ein richtiger Hund ist muskulös, anspruchsvoll, individuell und hat kurze Haare. Ich meine nicht die Schwuchtel- oder Mösenleckerhunde, sondern Hunde, die üblicherweise als Kampfhunde gelten. Randgruppen mochte ich schon immer, weil ich eben auch zu einer Randgruppe gehöre. Da versteht man sich prima und es gibt keinerlei Probleme. Mit Kampfhunden komme ich erstklassig klar und mein Stafford war in Wirklichkeit ein Weichei. Nicht mein Hund beschützte mich, sondern ich beschützte meinen Hund.

Wer keine Frau hat, die er zwischendurch mal als Schlampe oder Nichtsnutz betiteln kann, der sollte sich eine Hündin halten. Nein, das stimmt natürlich nicht, aber ein Hund ist ein wunderbarer Frauenersatz. Morgens liegt der Köter faul im Bett und steht erst auf, wenn der Fressnapf klappert. Dann bespricht man sich kurz und ein Hund versteht wirklich jedes Wort. Das ist richtig toll. Im Gegensatz zu einer Frau kackt der Hund draußen auf der Wiese und verschmutzt nicht das Klo. Dieser Hygieneaspekt ist nicht zu unterschätzen.

Ein Hund ist einfach ein toller Lebensgefährte. Nachdem ich einen total lieben Hund hatte, habe ich nun Angst, als nächstes an einen Schlawiner zu geraten, der nicht so liebevoll mit mir umgeht. Es gibt Hunde, die machen Randale oder haben einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Beides ist sehr lästig. Sicherlich kann man durch Training einiges verbessern, aber wenn die Gene so sind, dann wird dieses Verhalten immer wieder durchbrechen.

Für mich muss ein Hund ein Kraftpaket sein mit etwa 25 bis 30 kg Gewicht und kurzen Haaren. Braun ist meine Lieblingsfarbe, das versteht sich als Ossi praktisch von selbst. Deshalb sollte mein künftiger Hund möglichst auch so aussehen. Aber das wird sehr schwierig. Ich habe mich auf eine bestimmte Rasse noch nicht festgelegt und darauf zu hoffen, dass Bayern die Kampfhundeliste einstampft, ist Utopie. Das wird nicht passieren.

Dobermann und Rottweiler sind mir etwas zu groß, aber ein American Bulldog ist ein schöner Hund. Der gefällt mir sehr gut, ist aber meistens weiß und nicht so oft im Tierheim verfügbar. Einen Züchter möchte ich nicht bereichern und stattdessen meine Liebe möglichst einem Tierheimhund schenken. Es macht zwar etwas Arbeit Tierheimhunde wieder in die Spur zu bringen, aber sie danken es mit einer starken Zuneigung.

In Bayern zählt der American Bulldog zu den Kampfhunden der Klasse 2 und ist mit Wesenstest und Genehmigung der Gemeinde haltbar. Notfalls würde ich sogar vor Gericht ziehen, wenn mein verdummter Bürgermeister mir einen Strich durch die Rechnung macht. Schließlich herrscht auch in Oberfranken die Demokratie und da darf jeder jeden verklagen.

Einen neuen Hund werde ich mir zulegen, das ist sicher. Im neuen Jahr werde ich mich darum kümmern. Eine geldgeile Frau lasse ich nicht ins Haus. Diese Erkenntnis ist auch gesichert.


















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