• 24.11.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Meine kleinen Geschichten über Frauen

lada2101

» Artikel vom

Ob man es will oder nicht, überall sind Frauen präsent und man kann sie nicht immer um- oder gar übergehen. Keine Chance. Gerade im Servicebereich sind oft ausschließlich Frauen vertreten. Und so erlebe ich immer wieder nette Geschichten mit diesen Geschöpfen. Ich lasse natürlich offen, ob ich mich im Einzelfall richtig oder falsch verhalten habe. Es ist eben so wie es ist und gegen die Dynamik des Augenblicks kann man nichts machen.

Letztes Wochenende war mein jährlicher Frühjahrshöhepunkt. Nein, Sex gab es nicht, aber das jährliche Lada-Frühjahrstreffen stand an. Es fand in Altjeßnitz statt und weil ich bei dem kühlen Wetter nicht campen wollte, suchte ich ein nettes Hotelzimmer. Mir fiel da ein schönes Waldhotel ein, in dem ich vor zwei Jahren schon mal abstieg. Die Google Suchmaschine spuckte mir die Telefonnummer aus und ich rief an. Eine Dame nahm meine Buchung an und bestätigte per Email. Das klappte reibungslos.

Am Freitag fuhr ich los in die Deutsche Demokratische Republik und traf am Nachmittag im Hotel ein. Gut gelaunt dackelte ich mit meiner Betti zur Rezeption. Der jungen Rezeptionistin, sie hatte einen richtig dicken Bauch, nannte ich deutlich meinen Namen, doch sie schaute mich nur musternd an. Währenddessen überlegte ich, ob ihr Bauch das Ergebnis einer chronischen Lebensmittelüberdosis oder einer Schwangerschaft war. Schließlich sagte sie, dass sie mich kennt und ich schon mal da war. Und ich fragte sie, ob sie schwanger sei. Ja, sagte sie und strahlte mich an. Wann kommt das Kind? Im Juli. Fein, sagte ich. Ist denn der Vater bekannt? Da wurden ihre Augen zunächst etwas größer, doch dann lachte sie meine Frage weg und meinte, dass der Sohn vom Chef der Papa sei. Sie hätten auch bereits Kinder. Fein, sagte ich. Da war die Wahl ihres Mannes sicherlich nicht verkehrt. Das war ein Volltreffer, denn sie nickte zustimmend.

Sie suchte meinen Namen im Rechner, doch sie fand ihn nicht. Kein Problem. Ich zückte mein Blackberry Passport und zeigte die Bestätigungsemail. Tja, mein Fehler. Ich habe falsch gebucht, in einem anderen Gästehaus in unmittelbarer Nähe. So ein Mist. Ok, sagte ich, dann gehe ich rüber und storniere. Betti begleitete mich freudig und wir betraten den kleinen Gasthof. Ich erklärte der Bedienung, dass ich ein Depp sei und falsch gebucht habe. Ok, sie müsse die Chefin fragen, wie man die Buchung stornieren könnte. Die Bedienung kam zurück und sagte, dass ich 20 Euro zahlen müsste, weil man die Heizung extra für mich angemacht hätte. Ich lachte, wischte mir eine Träne aus dem Auge und sagte, dass dies wirklich extrem günstig sei. Die Dame fragte etwas ungläubig nach dem Warum. Ganz einfach. Ich habe weder Ehefrau, noch Freundin, und da sind 20 Euro ein echtes Schnäppchen, weil ich dieses Wochenende Geld ohne Ende spare. Ohne Frau ist die Geldbörse immer dick und fett. Ich zahlte, ging lachend aus dem Laden und sie schaute mir fassungslos nach.

Am Samstag früh gegen halb acht stiefelte ich in den Frühstückssaal des Hotels. Wegen der geringen Gästezahl wurde das Frühstück am Platz serviert. Ein Buffet lohnt sich bei drei Gästen nicht. Der Kellner brachte mir Kaffee und eine Wurstplatte, doch die Brötchen fehlten. Dem Kellner schien das nicht aufzufallen und er ignorierte meine Versuche, auf mich aufmerksam zu machen. Deshalb rannte ich ihm irgendwann nach und verlangte, mittlerweile leicht genervt, meine Brötchen. Der Kellner sah etwas bedient aus. Mit schneller Hacke brachte er ein gefülltes Brotkörbchen und stellte es energisch auf den Tisch. Ich köpfte mein Ei, was ich dann doch als etwas zu wenig empfand. Ich schaute mich um und sah auf dem gedeckten Nebentisch zwei weitere gekochte Eier. Nachdem sich der Kellner nicht mehr blicken ließ, nahm ich einfach ein Ei von dort. Mein Frühstück war endlich komplett.

Als ich abends vom Lada-Treffen zurück ins Hotel kam, hatte ich noch etwas Durst auf ein Bierchen und stiefelte an die Bar. Die Bardame war ein junges ansehnliches Ding. Mein Bierchen kam sofort, kein Wunder, ich war der einzige Kunde. Die Hälfte des Glases zog in einem Zug durch die Kehle und dann bemerkte ich, wie der Kellner vom Frühstück auf mich zu stiefelte. Er pflaumte mich gleich an, dass die Bar in 15 Minuten schließt und es für mich keine Ausnahme gibt. Es wird pünktlich geschlossen. Der Knallfrosch ging und ich fragte die kleine Maus, was das denn für ein ungehobelter Typ sei. Ja, sagte sie, das ist der Sohn vom Chef. Das ist ja wohl kein Grund mich pampig anzugehen. Erst im Bett ist mir klar geworden, warum der arme Kerl mich nicht leiden kann.

Einige Tage später war ich in München in einem Café. Ich schlürfte einen Milchkaffee und aß dazu zwei Butterbrezeln. Als ich fertig war rief ich die junge Dame mit „Mädchen, ich möchte bitte zahlen“. Sie pflaumte mich an, dass sich das nicht gehört. OK, wie und was gehört sich denn? Schweigsam nahm sie mein Geld, aber die Antwort auf meine Frage bekam ich nicht.

An diesem Tag war es richtig warm. Meine Betti hechelte im Auto und ich hatte die Wasserflasche vergessen. Also hielt ich notgedrungen an einem Rasthof. Ich nahm eine Flasche Wasser aus dem Kühlregal und ging zur Kasse. Zwei Euro und 49 Cent. Ein echtes Schnäppchen, sagte ich zur Kassiererin. Und schon wieder kam die Frage. Warum? Ganz einfach, sagte ich. Ich habe weder Frau noch Freundin und wenn ich eine hätte, dann wäre ich jetzt 10 Euro losgeworden und nicht nur zwei Euro 49. Deswegen ist die Flasche Wasser verdammt billig. Sie schaute mich an, als ob ich gerade vom Jupiter gelandet wäre.

Um nochmal kurz auf das Hotel zurückzukommen. Da hat mich die Schwiegertochter vom Chef nach zwei Jahren wiedererkannt. Ich möchte wirklich nicht mehr wissen, was ich damals so alles gesagt habe. Ich bin eben ein aufgeweckter Naturbursche, der sein Herz auf der Zunge trägt. Man sollte sich niemals verstellen, nur um irgendeine Etikette zu wahren. Es geht natürlich nie um die Anderen. Es reicht aus, wenn nur ich meine Witzchen prima finde und viel Spaß habe. Und den habe ich immer.

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