• 23.04.2017

Das Männermagazin

Leutnant Dino kommentiert

Die Unterhaltsabzocke für Kuckuckskinder

baby

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Ein Kuckuckskind ist in erster Linie ein ganz normales Kind und zweifellos ein Nachkomme der Mutter. Schließlich hat Mutti das Kind rund 9 Monate im Bauch gehabt und dann zur Welt gebracht. Und dann gibt es noch den Papa, der tatsächlich der Erzeuger des Kindes ist. Darüber hinaus gibt es aber auch Väter, die eben nicht der Erzeuger des Kindes sind, obwohl sie es denken und glauben. Immerhin trifft das bei 10 bis 20% aller Kinder zu. In diesem Fall spricht man von Kuckuckskindern und Kuckucksvätern, juristisch Scheinväter genannt.

Freilich sollte die Mutter des Kindes so ungefähr wissen, wer der Vater ihres Kindes ist. Wenn Mutti nicht völlig verblödet ist, weiß sie, welche Männer sie in der Empfängniszeit bestiegen haben. Wenn mehrere Männer in Frage kommen, dann sollte Mutti alle zum Vaterschaftstest einladen. Doch das machen Frauen generell nicht. Sie schweigen sich aus und geben den Mann als Vater an, der ihnen selbst die meisten Vorteile bringt. Bei verheirateten Frauen ist das in der Regel der Ehemann. Schließlich soll sein Arbeitseinsatz für die Familie nicht darunter leiden, dass das süße Baby nicht von ihm ist.

Die Rechtsprechung ist klar und eindeutig. Ein Vater, der die juristische Vaterschaft anerkannt hat, muss Unterhalt zahlen. Das hat er schließlich mit seiner Unterschrift bestätigt. Ein Notarvertrag ist dazu nicht notwendig. Die bloße, meist leichtsinnige Unterschrift reicht völlig aus. Viele Jahre später stellt der Vater vielleicht fest, dass sein angebliches Kind eben nicht sein leibliches Kind ist und zieht vor Gericht. Moralisch gesehen völlig richtig, denn warum sollte ein Nichterzeuger für ein fremdes Kind zahlen? Völlig klar.

Doch der Mütterschutz ist in der deutschen Rechtsprechung einmalig. Die Mutter des Kuckuckskindes muss den bisher gezahlten Unterhalt nicht zurückzahlen. Ist ja auch klar, denn Mutti hat oft weder Geld noch andere Vermögenswerte und schließlich war der Unterhalt fürs Kind. Und es spielt auch keine Rolle, dass Mutti bei der Vaterschaft voll gelogen hat. Es spielt auch keine Rolle, dass jede Frau genau weiß, welcher Mann seinen Pimmel in ihre Vagina steckte und abspritzte. Nein, die Rechtsprechung ist da eindeutig. Mutti muss weder Geld zurückzahlen, noch hat die Falschangabe eines Mannes als Vater irgendeine rechtliche Auswirkung. Das ist eine glasklare Urkundenfälschung, die jedoch zu keiner juristischen Konsequenz führt.

Immerhin gesteht das deutsche Gesetz dem Kuckucksvater zu, den bisher gezahlten Unterhalt beim biologischen Vater einklagen zu dürfen. Natürlich nur per teurer Zivilklage, denn eine Straftat besteht nicht. Das für Mütter kostenlose Inkassobüro für Unterhalt steht Vätern generell nicht zur Verfügung.

Meistens hat der Kuckucksvater keine Ahnung, wer der biologische Vater sein könnte. Immerhin war er beim Fremdfick der Mutter nicht dabei. Also ist der gehörnte Nichtpapi auf die Auskunft der Mutter angewiesen und man mag es kaum glauben, aber Mutti muss den Namen des biologischen Vaters nicht verraten. Das würde die Persönlichkeitsrechte der Mutter verletzen. Das diesbezügliche Urteil (Az. 1 BvR 472/14) des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe zeigt einmal mehr, dass alle Rechte stets bei der Frau liegen.

Und so bleiben die meisten Kuckucksväter auf den Kosten sitzen und werden ihr Geld nie wieder sehen. Mutti kann sich stets auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts berufen.

Die Problematik, dass schon allein der Nachweis eines Kuckuckskindes in der deutschen Rechtsprechung eine enorme Hürde darstellt, wurde dabei noch nicht einmal betrachtet. Oft erfahren Kuckucksväter nur durch einen Zufall, dass sie gar nicht der leibliche Vater sind und Mutti als Schlampe durch die Welt vögelte. Selbst da sind die juristischen Hürden so groß, dass es keinen Sinn macht, dagegen vorzugehen. Die Begründung, dass es doch um ein unschuldiges Kind geht, das nichts dafür kann, ist zwar durchaus verständlich, aber mit dieser Begründung kann man jeden beliebigen Mann willkürlich zum Zahlvater machen.

Es ist durchaus verwunderlich, dass der deutsche Staat noch nicht auf die Idee gekommen ist, kinderlose Männer mit einer Strafsteuer zu belegen. Das wäre eine prima Geldeinnahme für den Staat und könnte zur Querfinanzierung der Alleinerziehenden, deren Anzahl mittlerweile bei knapp 3 Millionen liegt, verwendet werden. Was heute abwegig klingt, ist morgen vielleicht schon Realität.

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes ist echt, obwohl es wie Science Fiction klingt. Der schönste Satz dieses Urteils klingt nicht nur wie Hohn und Spott, das ist es auch. Es sei nun Sache des Gesetzgebers, wie er "das Interesse der Mutter an der Geheimhaltung intimer Daten ihres Geschlechtslebens" mit dem Interesse des Scheinvaters an Rückzahlung des von ihm geleisteten Kindesunterhalts zum Ausgleich bringt, heißt es in dem Beschluss. Super. Und nun darf man gespannt sein, wie lange der Gesetzgeber dazu braucht. Jahre werden dafür nicht reichen und es wird noch einige beherzte Klagen seitens der Kuckucksväter nötig sein, bis der Gesetzgeber etwas ändert.

Dem Männermagazin wird gerne Populismus unterstellt, nur weil nicht alles und sofort mit einem Gerichtsurteil bewiesen wird. Wozu eigentlich? Ändert sich dadurch etwas an einer Tatsache? Nein, nichts. Gegenfrage: Warum heißt ein Huhn eigentlich Huhn? Wo ist der Beweis, dass ein Huhn eben Huhn genannt werden darf? Genau, es ist völlig egal, weil es so ist. Nicht der Beweis ist wichtig, sondern das Wissen darüber. Der Interessierte wird die entsprechenden Informationsquellen selbst suchen und finden. Die Kritiker, die Fakten generell nicht glauben wollen, können eh mit keinem Beweis überzeugt werden. Die Lebenserfahrung zeigt, dass jeder irgendwann seinen Lehrmeister findet. Oft ist es eine Frau mit tatkräftiger Unterstützung des Gesetzgebers. Und nicht mal den braucht es, wenn sich die Männer mit ihrer Hörigkeit selbst ins Knie schiessen.

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