• 16.12.2017

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Leutnant Dino kommentiert

Betrug: So werden Sie bei Kicherer Fahrzeugtechnik in Stockach abgezockt

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Betrug, Unterschlagung und Diebstahl sind schwere Vorwürfe, aber was die Firma Kicherer Fahrzeugtechnik mit einem Kunden angestellt hat, das kann man kaum anders bezeichnen. Es sind mehrere Vorgänge, die sich parallel abspielten.

Ein Kunde der Firma Kicherer besitzt mehrere Fahrzeuge. Autos der Oberklasse sind sein Hobby und natürlich sehr kostspielig. Im Jahr 2012 hat er eines seiner Fahrzeuge für viel Geld von Kicherer Fahrzeugtechnik aufwerten lassen. Karosserieumbau, Nappaleder, Edelfelgen und noch vieles mehr. Nun ist beim Nappaleder auf dem Armaturenbrett eine Naht am Airbag aufgeplatzt. Keine große Gewährleistungssache, aber es muss natürlich repariert werden. Also wurde der Wagen vor drei Monaten nach Stockach gebracht. Ursprünglich sollte die Reparatur maximal drei Wochen dauern.

Viele Wochen gingen ins Land, während der Kunde immer wieder vertröstet wurde. Als Trostpflaster für die überlange Wartezeit versprach der Geschäftsführer der Firma Kicherer, Florian Herre, dass man den Kofferraum kostenlos mit Leder auskleiden würde. Dann endlich kam die ersehnte Nachricht, das Fahrzeug sei nun fertig, aber man hätte keine Zeit zur Auslieferung – das war vor drei Wochen. Auf mehrere Aufforderungen, man möge den Wagen nun endlich aushändigen, fand der Geschäftsführer immer neue Ausreden. Der Wagen war einfach nicht zu bekommen.

In seiner Verzweiflung sah der Kunde nur noch eine Chance, er stellte bei der Polizei Strafanzeige gegen die Firma Kicherer wegen Diebstahl. Daraufhin kassierte die Polizei von der Firma Kicherer den Fahrzeugschlüssel ein und der Kunde organisierte einen Abschleppdienst, der den Wagen zu ihm transportierte. Bei der Fahrzeugübernahme wurde festgestellt, dass weder die aufgeplatzte Ledernaht repariert, noch der Kofferraum mit Leder ausgekleidet war.

Diese Geschichte ist zwar ärgerlich, aber damit noch lange nicht zu Ende. Neben der Lederreparatur sollte die Firma Kicherer die Zweitfelgen mit Winterreifen montieren und die teuren geschmiedeten Sommerfelgen bei sich einlagern, die vor einem Jahr bei Kicherer für 10.000,- € gekauft wurden. Nun stellt sich heraus, dass die Firma Kicherer diese Felgen, statt sie einzulagern, einem anderen Kunden verkauft hat. Man muss sich vorstellen, dass fremdes Eigentum von Kicherer hinter dem Rücken des Kunden heimlich weiter verkauft wird. Der Kunde hat daraufhin der Firma Kicherer in Stockach eine einmonatige Frist gesetzt, um die Felgen wieder beizubringen.

Diese Geschichte klingt schon unglaublich, aber es wird noch besser. Vor knapp 2 Monaten, als die Welt noch in Ordnung war, hat dieser Kunde bei der Firma Kicherer in Stockach zudem einen gebrauchten ML 63 AMG gekauft, der bei einem Händler in Aachen stand. Die Firma Kicherer stellte für das Fahrzeug eine Vorauszahlungsrechnung in Höhe von 36.800,- €, die der Kunde wie gefordert bezahlte.

Dann begann auch hier das Drama. Die Auslieferung des ML verzögerte sich immer wieder gefolgt von mehreren Emails des Geschäftsführers, dass nun alles in Ordnung sei. Man müsse den ML nur noch in Aachen abholen. Wochenlang ging dieses Spiel und der Geschäftsführer der Firma Kicherer fand immer neue Ausreden. Mal wurde das Geld komplett per Expresszahlung nach Aachen überwiesen, kam dort aber angeblich nicht an, dann habe man das Geld wieder zurückerhalten und müsse es nur noch weiterreichen. In Wirklichkeit wurde die Vorauszahlung einfach unterschlagen und für andere Dinge ausgegeben. Mittlerweile stellt sich heraus, dass der Geschäftsführer der Firma Kicherer auch den Händler in Aachen mit vielen Lügen beglückte. Dieser Händler hat nun einen Rechtsanwalt eingeschaltet, damit er wenigstens aus dem Kaufvertrag mit Kicherer herauskommt. Ende letzter Woche versicherte Florian Herre, Geschäftsführer der Firma Kicherer, dass nun wirklich alles in Ordnung sei und der ML am folgenden Montag bis 12.00 Uhr aus Aachen abgeholt wird, da dies die letzte Frist vom Autohändler aus Aachen ist. Passiert ist natürlich nichts.

Der Kunde ist sein Geld los, bekommt seinen vollständig bezahlten ML 63 AMG nicht und seine teuren Spezialfelgen wurden ihm von Kicherer Fahrzeugtechnik aus Stockach auch noch geklaut. Spätestens jetzt kann man getrost von Betrug, Unterschlagung bzw. Diebstahl sprechen und der mutmaßliche Täter, der Geschäftsführer der Firma Kicherer, besitzt jetzt auch noch die Dreistigkeit, den Kunden zu bedrohen.

Mittlerweile genügt ein Blick in die Wirtschaftsauskunft. Kicherer Fahrzeugtechnik ist praktisch am Ende, denn die Bonität ist dunkelrot und es gibt Inkassoverfahren. Kicherer kann sich wohl nur noch mit Betrügereien über Wasser halten. Der Kunde wird gegen den Geschäftsführer Florian Herre Strafanzeige stellen, denn immerhin beträgt sein Schaden mehr als 46.000,- € und das dürfte vor Gericht nicht mehr als Bagatelle durchgehen.

Update: Der ML 63 AMG wurde dem Kunden am 06.01.2014 übergeben, jedoch ohne die bezahlten neuen Winterreifen und Lackierung.

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